Ohne Wehrpflicht:

Caffier fordert Pflichtjahr für alle jungen Frauen und Männer

Vor fünf Jahren wurde in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt – und mit ihr der Zivildienst. Das riss Lücken in viele Bereiche. Der Innenminister hat jetzt aber einen Plan.

Er will das Pflichtjahr: Innenminister Lorenz Caffier (CDU)
Jens Büttner Er will das Pflichtjahr: Innenminister Lorenz Caffier (CDU)

Zwölf Monate im Dienst der Allgemeinheit: Nach der Abschaffung der Wehrpflicht fordert MV-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für alle jungen Frauen und Männer. "Der Staat tut viel für die jungen Bürger, warum sollen diese nach ihrer Ausbildung oder dem Abitur der Gemeinschaft nicht etwas zurückgeben?", sagte er jetzt gegenüber dem Nordkurier.

Verweigerern müssten mit Nachteilen rechnen

Das Pflichtjahr könnte in sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereichen, aber auch beim Technischen Hilfswerk, den Freiwilligen Feuerwehren oder als Wehrdienst in der Bundeswehr abgeleistet werden. "Ein solches Pflichtjahr würde auch den Gemeinsinn und die Verantwortung für unsere Gesellschaft stärken." Die Vielfalt und die Probleme des Lebens aus einer anderen Sicht kennen zu lernen, erweitere in jedem Fall den eigenen Horizont und fördere die weitere Entwicklung junger Menschen.

Potenzielle Verweigerern müssten nach den Plänen Caffiers mit Karriere-Nachteilen rechnen: "Vorstellbar wäre beispielsweise, dass man Teilnehmer am Pflichtjahr bei der Vergabe von Studienplätzen oder bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst bevorzugt.“ Die Vergütung könnte ähnlich wie bei dem früheren Zivildienst geregelt werden.

Lücken in vielen Bereichen ausgleichen

Früher sei der Zivildienst als Ersatz für den Wehrdienst ein wichtiger Beitrag dazu gewesen, freiwillige Helfer zu gewinnen. Viele junge Männer seien erst durch die Beschäftigung mit dem Thema Wehrpflicht und deren Alternativen auf den Katastrophenschutz aufmerksam geworden, sagte der Minister. Rund zwei Drittel der Helfer, die sich beim Katastrophenschutz zum Dienst verpflichtet hatten, seien der Organisation auch später erhalten geblieben.

Die Aussetzung der Wehrpflicht habe in vielen Bereichen Lücken gerissen - bei den Freiwilligen Feuerwehren, beim Technischen Hilfswerk, bei den nichtstaatlichen Hilfsorganisationen und natürlich auch in den vielen sozialen Bereichen. Der Zivildienst war 2011 vom Bundesfreiwilligendienst (BFD) abgelöst worden. Der größte Unterschied zum Pendant der einstigen Wehrpflicht: Das BFD-Angebot richtet sich an alle – Frauen und Männer, Junge und Alte, Deutsche und Ausländer.

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Kommentare (2)

"Der Staat tut viel für die jungen Bürger, warum sollen diese nach ihrer Ausbildung oder dem Abitur der Gemeinschaft nicht etwas zurückgeben?" sagte Caffier. Ich dachte bisher, dass Ausbildung und Studium die jungen Leute befähigen solle, einen Job anzunehmen und so dem Staat per vielfältiger Steuereinnahmen was zurückzugeben. Und natürlich die jungen Leute zum selbständigen Einkommen per Arbeit auszubilden damit sie eine Familie gründen und unterhalten können. Dass dies die CDU-MV anders sieht sollte ins CDU-Parteiporgramm damit bei den Bürgern keine Missverständnisse entstehen.

Das sucht die CDU. Bullig für Krankenhäuser und Pflegeheime. Denn einen würdigen Lohn zahlen diese ja nicht. Nur mit Liebe und Opferbereitschaft vom Personal zum Beruf können sie überleben. Und warum sollten junge Menschen das tun. Aus Dankbarkeit das sie an herunter gekommen Schulen lernen durften. Das kannst ja nicht sein. Caffè sollte lieber dafür sorgen das dir Bildungspolitik und dir Schulen in entsprechender Qualität und Nähe vorhanden sind als sinnlose Schwachsinn über eine Einführung vom sozialen Jahr nachzudenken.