Klausur in der Sommerpause :

CDU tagt im Land von Pizza und Prosecco

In Italien sein und doch fest an der Seite der Werften in Mecklenburg-Vorpommern stehen – die Fraktion der Christdemokraten schafft den Spagat.

Bundeskanzler Konrad Adenauer, hier mit Tochter Libet Werhahn, verbrachte in der Villa "La Collina" in Cadenabbia am Comer See regelmäßig seinen Urlaub.
UPI/Archiv Bundeskanzler Konrad Adenauer, hier mit Tochter Libet Werhahn, verbrachte in der Villa "La Collina" in Cadenabbia am Comer See regelmäßig seinen Urlaub.

Fest an der Seite der Werften im Land steht die Landtagsfraktion der CDU – so ließ es deren erster Mann, Vincent Kokert, am Mittwoch verlauten. In Natura stehen die Christdemokraten allerdings gerade in Norditalien und somit schlappe 1200 Kilometer entfernt von den Leck geschlagenen Nordic Yards in Wismar, Rostock und Stralsund. Um „auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken“, sind die Abgeordneten nebst Mitarbeiterschaft an den Comer See gereist.

In der Villa „La Colina“ – einst Urlaubsdomizil von Konrad Adenauer und mittlerweile als Tagungsstätte der Adenauer-Stiftung eine „Gedenkstätte von nationaler Bedeutung“ – hält die Fraktion ihre traditionellen Klausurtagung zum Ende der parlamentarischen Sommerpause ab. Übrigens zum fünften Mal seit 1990, was hier und da und wiedermal ein hübsches Gegrummel verursacht. Einem Bericht der "Ostsee-Zeitung" zufolge kostet das Einzelzimmer am „gediegenen Ort“ die CDU – ohne Mengenrabatt – 160 Euro.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern nimmt den Italien-Aufenthalt zum Anlass, der CDU praktischem Anschauungsunterricht zur aktuellen Flüchtlingsdebatte zu empfehlen. Motto: Erfahren statt bereden.„Dafür müsste man sich aber vom beschaulichen Comer See wegbewegen nach Mailand, wo Flüchtlinge unter Brücken nächtigen“, sagte Ulrike Seemann-Katz. Fraktionsgeschäftsführer Wolf-Dieter Ringguth kontert: Eines solchen Ratschlags bedürfe die CDU nicht. Man habe mehrfach die Erstaufnahmeeinrichtung in Horst und Flüchtlingsunterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern besucht sowie die Situation von Flüchtlingen im Libanon und in der Türkei kennengelernt.

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