Zigaretten adé:

Chef spendiert Ex-Rauchern ein Fahrrad

Auf dem Bau wird tüchtig geraucht. Doch das soll im Unternehmen Akost aus der Nähe von Neubrandenburg anders werden – auf sanfte Weise und mit einem Anreiz.

Wer nicht mehr zur Kippe greift, darf sich über ein Fahrrad freuen.             
© Apart Foto - Fotolia.com Wer nicht mehr zur Kippe greift, darf sich über ein Fahrrad freuen.  

 „Ohne Dampf keine Leistung“, diesen Spruch hat der Norweger Svein Terje Fröiland in Deutschland schon öfter gehört. So recht anfreunden kann sich der Chef von Akost Bau in Zirzow bei Neubrandenburg mit dieser Floskel aber nicht – vor allem dann, wenn es um das Rauchen im Job geht.

Gerade auf dem Bau wird viel geraucht, hat der Firmenchef festgestellt. Dreiviertel der Monteure greifen nach seiner Beobachtung regelmäßig zur Zigarette. „Geld spielt dabei plötzlich fast keine Rolle mehr“, staunt er. In seiner skandinavischen Heimat liege der Anteil der Raucher lediglich bei etwa 25 Prozent. „Das liegt auch daran, dass in Norwegen ein strengeres Rauchverbot gilt“, erläutert Fröiland. Seit 20 Jahren lebt er in Deutschland und beschäftigt hier inzwischen rund 80 Mitarbeiter. Die Holzhäuser in skandinavischem Stil werden in MV, Brandenburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg ebenso errichtet wie in Norwegen selbst. „Dort ist zum Beispiel Rauchen auf öffentlichen Baustellen nicht erlaubt“, vergleicht er.

Zwei Monteure haben das Angebot bereits genutzt

Am liebsten wäre Fröiland, dass auch auf seinen Baustellen nicht geraucht wird. Das werde auch von Kunden gefordert. Werde beim Bau in einem neuen Einfamilienhaus geraucht, hänge der Qualm noch lange in der Luft. Oder es müssten Reste von Asche beseitigt werden. Fröiland ahnt, dass er bei seinem Kampf gegen das Rauchen auf verlorenem Posten steht. Trotzdem versucht er auf die sanfte Weise, die Qualmer zum Aufhören zu bewegen. „Ohne Motivation geht nichts. Jeder, der zum Nichtraucher wird, bekommt ein Fahrrad“, verspricht er. Zwei Monteure hätten das Angebot bereits genutzt, ein Dritter stehe kurz davor. „Ich freue mich, wenn jemand aufhört und vertraue darauf, dass die Kollegen dann zu ihrem Wort stehen“, meint er.

Die Idee mit dem Rad sei im deshalb gekommen, weil sich deutsche Mitarbeiter regelmäßig an einem 90 Kilometer langen Rundkurs auf einem Volksfest in Norwegen beteiligen. Fröiland geht davon aus, dass er die Ausgaben für die Fahrräder wieder reinbekommt. „Nichtraucher machen weniger Pausen und schaffen dadurch mehr“, sagt er klipp und klar. Darüber hinaus hoffe er, dass in den Firmentransportern nicht mehr so oft die Aschenbecher überquellen und Brandlöcher auf den Polstern der Vergangenheit angehören.

Dass eingefleischte Nichtraucher unter den Kollegen sagen, ein Rad für Ex-Raucher sei nicht fair, kann der Geschäftsführer zumindest ein bisschen verstehen. „Nichtraucher haben bei uns andere Vorteile“, sagt er. Sie erhielten zum Beispiel die neueren Firmenwagen zugeteilt. Zudem lebten Nichtraucher grundsätzlicher gesünder und haben aus seiner Sicht eine Sorge weniger. Fröiland eine andere: „Ich trinke vielleicht in bisschen viel Cola“, gibt er zu.