Warnung vor illegalen Böllern:

Da steckt jede Menge Bums dahinter

Vor allem im Brandenburgischen hat der Zoll schon etliche gefährliche Asia-Böller aus dem Verkehr gezogen. Auch die Zöllner aus dem Nordosten fahnden in den kommenden Tagen verstärkt nach illegal eingeführten Silvesterknallern.

Vorsicht Asia-Böller: Hauptkommissar Alexander Brehm mit an der Grenze sichergestellten illegalen Böllern.
Sebastian Kahnert Vorsicht Asia-Böller: Hauptkommissar Alexander Brehm mit an der Grenze sichergestellten illegalen Böllern.

Da haben die Zöllner an der deutsch-polnischen Grenze nicht schlecht geschaut. Bei einer Kontrolle entdeckten sie im Kofferraum eines Pkw eine 20 Kilogramm schwere Feuerwerks-Batterie. "Geht man davon aus, dass mindestens zehn Prozent des Gesamtgewichts auf die Explosivstoffe entfallen, hält man bereits zwei Kilo Sprengstoff in den Händen", sagt Andreas Behnisch, Pressesprecher des Hauptzollamtes Frankfurt/Oder, das auch für die Uckermark zuständig ist. Solche Geschosse seien in den vergangenen Wochen mehrfach sichergestellt worden. Die Sprengkraft sei nicht zu unterschätzen: "Da steckt jede Menge Bums dahinter", sagt Behnisch.

Die Einfuhr illegaler Böller ist gerade in den Wochen vor der Jahreswende ein Dauerthema für Zoll und Bundespolizei. Und das, obwohl es aus der Vergangenheit genügend Beispiele für die verheerende Wirkung der Sprengkörper gibt: Vor einem Jahr verblutete ein 51-jähriger Mann aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald). Er hatte einen illegal auf dem Polenmarkt erworbenen Böller in der Hand gezündet und sich dabei verletzt. Anstatt zu einem Arzt zu gehen, versorgte er die Wunden selbst. Am nächsten Tag war er tot.

Ein tragischer Unfall, der freilich auch mit legal in Deutschland erworbenen Knallern passieren kann. Das Problem, so Behnisch: Vielfach sind die Gebrauchsanleitungen auf den Asia-Böllern nicht vorhanden beziehungsweise nicht lesbar.

An der deutsch-polnischen Grenze im Brandenburgischen wurden in diesem Jahr bereits etwa 20000 illegale Feuerwerkskörper aus dem Verkehr gezogen. Da im Dezember die meisten Knaller "hochgezogen" werden, dürfte die Zahl von 40000 beschlagnahmten illegalen Knallern 2012 wieder erreicht werden, sagt Behnisch. Demgegenüber haben die Zöllner aus Mecklenburg-Vorpommern bislang noch keine spektakulären Funde zu vermelden. "Natürlich fahnden aber auch wir derzeit intensiver in Richtung illegale Böller", sagte der Sprecher des Stralsunder Zollamtes, Detlef Kähler.

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