Stillstand bei der Bahn:

Das denken Pendler über den Lokführer-Streik

Auch auf den Bahnlinien zwischen Neubrandenburg und Berlin stehen von Dienstagabend bis Mittwochmorgen die Züge still. Längst nicht alle Bahnfahrer nehmen das einfach gelassen hin.

In Neubrandenburg informierte die Bahn ihre Fahrgäste über den Lokführer-Streik.
Benjamin Vorhölter In Neubrandenburg informierte die Bahn ihre Fahrgäste über den Lokführer-Streik.

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) stößt bei vielen Pendlern auf Unverständnis. Von Dienstagabend 21 Uhr bis Mittwochmorgen um sechs Uhr legen die Lokführer ihre Arbeit nieder. Sie wollen damit ihren Forderungen von fünf Prozent mehr Lohn und eine 37-Stunden-Woche mehr Nachdruck verleihen. "Als täglicher Nutzer der Bahn bin ich wenig begeistert davon", sagt Bruno Gehrlich. Der Student der Fachhochschule Neubrandenburg kommt jeden Morgen um sieben Uhr mit dem Zug in die Stadt am Tollensesee. Ob zu dieser Uhrzeit am Mittwochmorgen schon wieder eine Bahn fährt, ist aus seiner Sicht fraglich. Deshalb will er lieber mit dem Auto nach Neubrandenburg fahren.

Für viele Pendler ist das keine Alternative. Sie kenne viele Kollegen, Telekom-Mitarbeiter und Beamte, die mit dem Zug um 4:26 Uhr aus Neubrandenburg nach Berlin fahren, sagt eine Mitarbeiterin, die in der Unternehmenszentrale der Deutschen Bahn arbeitet. Diese Berufspendler treffe der Streik der Lokführer besonders hart.

Aus Fahrgastsicht nicht mehr nachvollziehbar

Das sieht Yannick Ashby ähnlich, der von Neustrelitz nach Lübeck unterwegs ist. Die Lokführer der GDL haben sich seiner Meinung nach von der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) abgegrenzt, um ihr "eigenes Süppchen zu kochen". "Das halte ich für egoistisch und erpresserisch", sagt der 26-Jährige, der hofft noch vor 21 Uhr in Lübeck anzukommen. Gerd Aschhoff, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, dürfte Ashby zustimmen. Der Tarifkonflikt sei aus Fahrgastsicht nicht mehr nachvollziehbar. Zudem dürfe der Streit der GDL mit der EVG nicht länger auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werden, so Aschhoff.

Dabei nehmen einige Bahnfahrer den Streik durchaus gelassen und zeigen Verständnis für Zugausfälle und Verspätungen. "Wer gut arbeitet, sollte dafür angemessen belohnt werden", sagt Marianne Skibnewski aus Neubrandenburg.

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