Agrarindustrie setzt sich durch:

Das geheime Papier der Regierung zum Tierschutz

Bislang ist es noch Verschlusssache im Landwirtschaftsministerium: das erste Tierschutzkonzept MVs, das dem Nordkurier jetzt exklusiv vorliegt. Doch Tierschützern fehlen zwei besonders wichtige Punkte.

Legehennen werden oft auf engem Platz gehalten. Daran wird auch das neue Tierschutzkonzept wenig ändern.
Carmen Jaspersen Legehennen werden oft auf engem Platz gehalten. Daran wird auch das neue Tierschutzkonzept wenig ändern.

Erst sollte es im Frühjahr vorgelegt werden, jetzt kommt es im Sommer – das Tierschutzkonzept Mecklenburg-Vorpommern, an dem das von Till Backhaus (SPD) geführte Agrarministerium seit Jahren feilt. Das gemeinsam mit dem Tierschutzbeirat des Landes erarbeitete dreizehnseitige Papier liegt dem Nordkurier jetzt vor.

Die Lobby der Agrarindustrie scheint sich in zwei besonders wichtigen Punkten durchgesetzt zu haben: Angaben oder Zielvorgaben für Bestandsobergrenzen in den Ställen sowie zum Auslauf der Tiere fehlen.

Mehr Geld für Tierheime

Das Tierschutzkonzept legt etappenweise Verbote fest. Demnach soll es beispielsweise ab 2016 keine Ausnahmegenehmigungen für das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen mehr geben. Ab 2018 dürfen auch keine Legehennen mehr gehalten werden, deren Schnäbel gekürzt wurden. Ebenfalls ab 2018 sollen auch alle Eingriffe – wie die Amputation von Schwänzen – bei Schweinen untersagt werden.

Ein weiterer Punkt im Konzept ist den finanziell überforderten und maroden Tierheimen gewidmet. Demnach soll die Landesregierung „gebeten“ werden, die Fördermittel für 2016 und 2017 um jeweils eine Million Euro zu erhöhen.

Projekt Nummer 2 gilt dem „Katzenschutz“. Die Landräte und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte sollen ermächtigt werden, Gebiete festzulegen, in denen Katzen kastriert werden.

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