Kita für Studenten-Kinder:

Das Kind einfach mit zur Uni nehmen

Nicht nur berufstätige Eltern sind auf die Kita angewiesen, auch Studierende mit Kind brauchen Betreuungsangebote. Deshalb hat in Greifswald nun „Campuskinder“ eröffnet.

Für Felicitas und Jonathan Dickerhoff ist der Studienalltag etwas leichter: Für ihre Kinder Konrad und Hedwig haben sie jetzt einen Betreuungsplatz – sogar in der Nähe.
Für Felicitas und Jonathan Dickerhoff ist der Studienalltag etwas leichter: Für ihre Kinder Konrad und Hedwig haben sie jetzt einen Betreuungsplatz – sogar in der Nähe.

Es riecht nach Farbe, Handwerker schleppen ihre Utensilien von einem Raum in den nächsten – so richtig fertig wirkt die Kita „Campuskinder“ vom Studentenwerk Greifswald noch nicht. Trotzdem tummeln sich zahlreiche Eltern mit ihren Kindern in den großen, offenen Räumen und bestaunen die Einrichtung. Die Kita bietet 78 Kindern einen Platz, die meisten davon
sind schon vergeben. Das Besondere: hier werden vor allem Kinder von Studierenden der Universität Greifswald aufgenommen.

„Wir finden es wichtig, dass Familienfreundlichkeit auf dem Campus umgesetzt wird“, sagt Cornelia Wolf-Körnert, Geschäftsführerin des Studentenwerks Greifswald. Seit mehreren Jahren plante das Studentenwerk eine Kindertagesstätte, den Eltern soll so das Studieren einfacher gemacht werden.

Rund 1,4 Millionen Euro wurden investiert

Das Deutsche Studentenwerk geht davon aus, dass mindestens 130  000 Studenten in Deutschland Kinder haben. Auf diese Zahl kommen aber nur 8500 Kita-Plätze für studentische Eltern. In Stralsund und Neubrandenburg, Außenstellen des Studentenwerks Greifswald, fehlt
eine durchgehende Kinderbetreuung komplett. Nur ein Mal im Monat können sich junge Eltern im „Eltern-Kind-Café“ treffen.

Rund 1,4 Millionen Euro wurden in die Einrichtung investiert, nach einer siebenmonatigen Bauphase können die Erzieher hier nun die Arbeit beginnen. Leiterin Sigrid Gramckow kennt die Schwierigkeiten der Kindererziehung und weiß, dass Kinder studentischer Eltern meist sehr auf Mama und Papa fixiert sind: „Meistens sind sie anhänglicher, weil in der Umgebung kaum Bekannte oder Familie vorhanden sind, bei denen die Kleinen abgegeben werden können.“

Das ist aber kein Problem für Sigrid Gramckow, sie ist seit zwanzig Jahren Erzieherin und hat schon ganz andere Probleme bewältigt. Außerdem haben studentische Eltern auch große Vorteile: „Sie sind mehr bereit auch mal was mitzumachen, eine Aufgabe zu übernehmen, zusammenarbeiten und sich einzubringen.“

Es macht den Studienalltag leichter

Zusammenarbeit ist ein wichtiger Punkt für Katharina und Georg Wagner. Ihre zehnmonatige Tochte Klara besucht ab Dezember die Campuskinder. Beide wünschen sich eine aktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern: „Ich finde es spannend, Klara in eine neue Kita zu schicken, weil hier die Eltern auch noch ein bisschen mitgestalten können.“

Der zweijährige Konrad erkundet inzwischen das Spielzimmer der Kita. Seine Eltern Jonathan und Felicitas Dickerhoff loben vor allem die weitläufige Außenanlage. Für die Medizinstudentin und den wissenschaftlichen Mitarbeiter ist die Kita eine große Erleichterung ihres Studienalltags, vor allem die langwierige Suche nach einem Betreuungsplatz für Konrad wurde ihnen durch „Campuskinder“ erspart. 

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