Insekten-Plage:

Dem Nordosten steht ein Wespen-Alarm bevor

Während im Westen Deutschlands die Plagegeister schon auf Attacke geschaltet haben, braut sich in der Region das Ungemach noch im Verborgenen zusammen.

Für die meisten sind Wespenstiche harmlos. Wer jedoch allergisch ist, kann Atemnot, Schwindel oder Herzrasen bekommen.
Jochen Lübke Für die meisten sind Wespenstiche harmlos. Wer jedoch allergisch ist, kann Atemnot, Schwindel oder Herzrasen bekommen.

„Hier braut sich eine Wespenschwemme zusammen“, ist sich Schädlingsbekämpfer Rainer Pohl sicher. Der Experte verlässt sich auf 40 Jahre Berufserfahrung: In diesem Jahr musste er bereits mehrfach die Stechinsekten in besonders großen Nestern bekämpfen. Gerade kommt Pohl von einem Einsatz in einem Dorf in der Nähe von Altentreptow zurück. Dort hatten Wespen ihr Riesennest in einen Dachausbau gequetscht und sich durch die Trockenbauplatten ins Kinderzimmer gefressen. „Die Reste des Nestes haben immerhin einen größeren Müllsack halb gefüllt“, beschreibt der Schädlingsbekämpfer.

Spezielles Wespen-Spray wird knapp

Derzeit müssen Pohl und sein Mitarbeiter täglich zu bis zu zehn Wespen-Einsätzen im Umkreis von 50 Kilometern um Neubrandenburg ausrücken. Das Besondere in dieser Saison: „Die Nester sind oft sehr versteckt in Hohlräumen gebaut.“ Dieses Schutzbedürfnis hat aus Pohls Sicht mit dem kühlen Frühjahr zu tun. Auffällig seien zudem die vielen Erdwespen. Er berichtet von seinen Berliner Kollegen, die wegen der vielen Alarmrufe von Bürgern gar nicht mehr alle Aufträge schaffen. „Die Nachfrage bekommen wir auch zu spüren, weil das Profi-Spray knapp wird“, so Pohl.

Unter der Wespen-Plage leidet besonders das Ruhrgebiet. Auf einem Düsseldorfer Markt musste bereits ein Bäckerei-Wagen mit feinen Netzen verhängt werden, um die Wespen auf Distanz zu halten. Notärzte müssen viele Stichverletzungen behandeln. „In unserer Notaufnahme lässt sich ein solcher Trend bisher nicht erkennen“, sagt Cornelia Langbecker, Sprecherin des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg. In den Rettungsleitstellen für die Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Uckermark/Barnim herrscht ebenfalls Gelassenheit. Es gebe keine Häufung von Notrufen wegen Wespenstichen, heißt es übereinstimmend.