Nachwuchs im Rostocker Zoo:

Der neue Eisbär

Endlich ist soweit: Der kleine Star des Rostocker Zoos bekommt heute seinen Namen. Seine Spitznamen wird der Mini-Polarbär aber bestimmt so schnell nicht los.

Das Eisbärbaby im Rostocker Zoo war nun erstmals im Gehege mit seiner Mutter Vilma unterwegs.
Bernd Wüstneck Das Eisbärbaby im Rostocker Zoo war nun erstmals im Gehege mit seiner Mutter Vilma unterwegs.

Wie nennt ein Tierpfleger eigentlich seinen Schützling, wenn dieser noch keinen Namen hat? „Ich nenne ihn meistens Schieter“, verrät René Schoknecht, Tierpfleger auf der Bärenburg im Rostocker Zoo. Über 2500 Namensvorschläge gingen beim Zoo und verschiedensten Lokalmedien ein, seit der kleine Eisbär am 3. Dezember 2014 das Licht der Welt erblickte, übrigens am Geburtstag von Mutter-Eisbar Wilma.

Sechs Namen schafften es am Ende in ein nicht einsehbares Online-Voting. Auch die Zoo-Mitarbeiter selbst wissen erst seit Kurzem, auf welchen Namen der kleine Racker am heutigen Dienstag getauft wird. Aber verraten wird nichts!

Der Zoo musste den Namen jedoch vorher wissen, denn die Vorbereitungen zur Taufe sind im vollen Gange. Dafür sollten einige Souvenirs, wie Tassen, Beutel und Co. mit dem Namen bedruckt werden, sagt Danielle Zimmermann, Pressesprecherin des Zoos. Am heutigen Dienstag ist es nun soweit: Zwischen 10 und 13 Uhr wird „Der Neue“ im Rostocker Zoo getauft und endlich erfahren alle, für welchen Namen sich die Internetnutzer entschieden haben. Lasse, Larsson, Fiete, Nanouk, Norwin und Bjarne standen zur Wahl.

Nicht Kälte war das Problem

„Der Neue“, wie er auf sämtlichen Plakaten in der Rostocker Innenstadt vorgestellt wird, ist seit Mitte vergangener Woche auf der Bärenburg im Rostocker Zoo zu sehen. Und das wurde auch Zeit, zumindest, wenn es nach Mamabär Wilma geht. Der Bärendame war auf den Bildern der Überwachungskamera in der Wurfhöhle deutlich anzusehen, dass sie endlich raus möchte. Doch Scho-knecht wollte auf Nummer sicher gehen, wenngleich er hin und her gerissen war. „Sie riecht den Frühling. Sie will raus“, sagt er.

Aber sein Schieter ist der erste Eisbären-Nachwuchs im Rostocker Zoo seit zehn Jahren. „Wir wollten abwarten, bis nachts kein Frost mehr herrscht“, sagt der Tierpfleger. Aber Moment mal: Bei dem kleinen weißen Racker handelt es sich doch aber um einen Polarbären – dem macht doch ein bisschen Frost nichts aus? „Nein, die Kälte war nicht das Problem. Wir hatten Sorgen, dass der kleine Flitzer ausrutscht, falls es glatt sein sollte“, erläutert Schoknecht. Denn der knapp vier Monate alte Eisbär sei noch etwas wackelig auf den Beinen, dafür aber umso neugieriger und verspielter. Und die Stufen auf der Mutter-Kind-Anlage im Rostock Zoo sind recht hoch für das weiße Knäuel.

„Ich mache mir Sorgen, wie bei einem Menschenkind. Ich möchte nicht, dass er fällt und sich wehtut. Vielleicht sind wir im Zoo etwas übervorsichtig, aber so ist es mir lieber“, sagt Schoknecht.

Der Süße kann auch ganz anders, wenn er will

Und womit spielt so ein kleiner Eisbär, wenn er nicht gerade die Welt erkundet? „Er hat einen Ball. Einen großen Ball aus sehr harter Plaste, damit er dem Rabauken auch standhält. Den liebt er über alles.“ Schoknecht hat Schieter von Anfang an begleitet, gemeinsam mit seinen Kollegen – Sonderschichten gab es aber nicht, denn Wilma sei eine hervorragende Mutter, weiß der Tierpfleger.

„Sie ist die Ruhe selbst, spielt mit ihm, aber zeigt ihm auch seine Grenzen – wir hatten keinerlei Grund zur Sorge.“ Und das, obwohl es der Mini-Eisbär faustdick hinter den Ohren hat, da sind sich zumindest alle Zoo-Mitarbeiter einig. „Er tanzt seiner Mutter jetzt schon gerne auf der Nase herum“, sagt Schoknecht. Meist jedoch tapst er der Bärendame auf Schritt und Tritt auf der Bärenburg hinter her, klettert mit ihr die Treppen hoch und runter sowie die Baumstämme – nur ins Wasser will der Eisbär noch nicht. Das scheint ihm noch nicht geheuer. Neben Muttermilch ist er ausgesprochener Fan von süßem, weichen Obst und Stint. „Wenn der Fisch wegrutscht, kann er richtig wütend werden“, erzählt Schoknecht.

Nicht, dass der Bär Starallüren bekommt? Schließlich wurde sein Halbbruder „Knut“ aus Berlin weltberühmt. Beide Eisbären sind Kinder von Lars, dem sanften Frauenversteher, wie ihn Schoknecht nennt. „Wir wollen keinesfalls, dass Schieter ein zweiter Knut wird. Daher sind wir sehr froh, dass dieser Name nicht bei der Wahl dabei war“, sagt Schoknecht. Ein wenig Medienrummel muss sich der Eisbären-Nachwuchs im Rostocker Zoo allerdings gefallen lassen – denn in Sachen Niedlichkeit, macht ihm so schnell keiner etwas vor.

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