Brandenburg unter den Top 3:

Der Nordosten muss noch kräftig ausbauen

Der Nordosten liegt beim Ausbau von Windkraftanlagen nur im Mittelfeld - weit hinter den Nachbarländern. Dennoch konnte die Energiebranche im vergangenen Jahr einen Rekord brechen.

Strom aus Windkraft: Brandenburg ist ganz vorne mit dabei, Mecklenburg-Vorpommern hängt noch hinterher.
Patrick Pleul Strom aus Windkraft: Brandenburg ist ganz vorne mit dabei, Mecklenburg-Vorpommern hängt noch hinterher.

In Mecklenburg Vorpommern wurden im vergangenen Jahr 144 neue Windräder errichtet, damit stieg die Zahl im Land auf 1742. In Brandenburg waren es sogar noch mehr: 196 neue Windräder drehen dort nun ihre Flügel im Wind und erhöhen die Gesamtsumme auf 3319 Anlagen.

Im kleinsten Bundesland Bremen haben sie sechs Windräder aufgestellt. Nur zwei weniger als im großen und von einem grünen Ministerpräsidenten regierten Baden-Württemberg. Und sogar im zugebauten Berlin wurde 2014 ein Windrad errichtet. „Wir sprechen von außerordentlich guten Zahlen“, meint der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, als er am Donnerstag in Berlin Rekordergebnisse vorlegen darf.

Windkraftrekord von 2002 wurde weit übertroffen

Allen Steuerungsversuchen zum Trotz hat es vergangenes Jahr einen neuen Windkraft-Rekord gegeben. Statt der von der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) anvisierten rund 2500 Megawatt wurden 1766 Windräder mit 4750 Megawatt (MW) neu installiert – der alte Rekord von 2002 (3240 MW) wurde pulverisiert. Damit gibt es nun an Land 24 867 Windräder mit einer Leistung von 38 115 Megawatt.

Weil Gabriels Ausbaukorridor massiv überschritten wurde, sank automatisch die Förderung, die Bürger und Wirtschaft über ihren Strompreis zahlen. Ein Grund für den Rekord sind großzügigere Flächenzuweisungen, Albers spricht mit Blick auf den Atomausstieg „von einem Fukushima-Effekt“, der die Behörden toleranter macht.

Windräder immer noch umstritten

Auf Platz eins landete Schleswig-Holstein, vor Niedersachsen (hier stehen die meisten Anlagen), gefolgt von Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Die Anlagen werden immer höher, der Durchschnitt betrug 116 Meter Nabenhöhe und 99 Meter Rotordurchmesser, die Leistung 2,7 Megawatt. In Zukunft sollen verstärkt an bestehenden Standorten alte durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden.

Aber die „Verspargelung“ der Landschaft ist umstritten – zudem kommt der Leitungsbau nicht hinterher. Immerhin gibt es nun grünes Licht für die letzten Abschnitte der „Thüringer Strombrücke“, die Windstrom aus dem Osten nach Bayern bringen soll, wo bald das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht.

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Kommentare (1)

die Bayern ihr Neuschwanstein mit Windrädern zubauen. Hier interessiert es doch auch keine Sau wenn es Bürgerproteste und Demos gegen Windkraftanlagen gibt. Der Artikel liest sich, wie von der Industrie gesponsert. Der Nordosten muss in jedem Fall noch etwas tun, wollen wir die Nummer eins im Gegend verschandeln werden. Alles schön, toll gemacht.