Teurer Netzausbau:

Der Preis-Schock bei den Stromkosten kommt noch

Die Energierechnungen im Nordosten klettern bis 2024 in schwindelerregende Höhen, wenn die Politik nicht bald auf die Bremse tritt. In anderen Bundesländern zahlen die Kunden deutlich weniger.

Künftig wird Energie noch mehr kosten – insbesondere im Osten, meinen Experten.
M. Schuppich - Fotolia Künftig wird Energie noch mehr kosten – insbesondere im Osten, meinen Experten.

Bewohner und Firmen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern müssen in den kommenden acht Jahren mit deutlich steigenden Stromkosten rechnen. Grund ist ein drastisches Gebührenplus wegen des Ausbaus und der Nutzung der Stromnetze. Das geht aus einem Kurzgutachten der Technischen Universität Dresden hervor, das dem Nordkurier / Uckermark Kurier vorliegt. Die Netzkosten schlagen sich zu einem Viertel in der Stromrechnung nieder und gelten schon heute als Ursache dafür, dass die Haushalte im Nordosten deutlich mehr Geld für Energie aufwenden müssen als Verbraucher in Süddeutschland.

Derzeit werden die Netzgebühren vorrangig in den Regionen kassiert, wo die meisten Windräder oder Solarfelder gebaut werden. Das ist im Nordosten der Fall. Wenn es den Landesregierungen in Potsdam und Schwerin auch weiterhin nicht gelingt, eine bundesweite Lastenteilung durchzudrücken, löst laut Gutachten Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2024 das Land Brandenburg als bundesweiten Spitzenreiter bei den Netzkosten sogar ab. Nach der Dresdner Prognose klettern die Netzkosten in Mecklenburg-Vorpommern von heute 8,03 Cent auf 11,84 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2024. In Brandenburg wird mit einem Anstieg von 8,45 auf 11,29 Cent je Kilowattstunde gerechnet. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen werden 2024 Netzkosten von 6,93 Cent je Kilowattstunde erwartet.