Schwarzparken beim Nachbarn:

Deutsche Parksünder haben in Polen gute Karten

Wer im Nachbarland gegen die Verkehrsregeln verstößt, kann theoretisch auch in Deutschland zur Kasse gebeten werden. Praktisch ist das Verfahren allerdings sehr umständlich.

Euromünzen akzeptieren die Parkautomaten in Swinemünde nicht. Nur ein Grund, warum Viele die Zeche prellen. Foto: M. Diekhoff
Euromünzen akzeptieren die Parkautomaten in Swinemünde nicht. Nur ein Grund, warum Viele die Zeche prellen. Foto: M. Diekhoff

Für die einen ist schwarz Parken ein Kavaliersdelikt, für die Stadt Swinemünde ist es mittlerweile ein Problem. Weil deutsche Autofahrer keine Parktickets ziehen, sind der Inselstadt seit 2006 rund 150 000 Euro an Gebühren verloren gegangen. Allein im vergangenen Jahr betrugen die Schulden der Schwarzparker gut 127 000 Zloty (etwa 32 000 Euro) und knapp 90 Prozent davon gehen auf die Kappe von deutschen Autofahrern, informiert Hanna Lachowska von der Swinemünder Stadtverwaltung.

Bürokratie erschwert das Einholen von Bußgeldern

Problematisch ist dieser Umstand für die polnische Kommune vor allem, weil sie kaum Chancen hat, die Schulden der deutschen Parksünder im Nachhinein einzutreiben. Zwar gibt es innerhalb der Europäischen Union einen sogenannten Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung, allerdings greift der erst bei Bußgeldern ab einer Höhe von mindestens 70 Euro. Zudem müssten die polnischen Behörden beim Bundesamt für Justiz einen entsprechenden Antrag stellen und dem Betroffenen die wesentlichen Dokumente in seiner Sprache zukommen lassen, erklärt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland.

Als Hauptursache für die Park-Außenstände in Swinemünde gilt nicht unbedingt eine böse Absicht der Autofahrer, sondern dass die Parkautomaten keine Euromünzen nehmen. In benachbarten deutschen Kommunen gibt es allerdings auch keine Parkautomaten, die Zloty-Münzen akzeptieren.

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