Schadstoffbelastung nach Ferien-Renovierung:

Dicke Luft in den Schulen?

In vielen Klassenzimmern wurde während der Ferienzeit renoviert und saniert. Das kann vor allem bei umfangreichen Bauarbeiten negative Folgen haben, warnt die Dekra.

"Frisch gestrichen". Solche Schilder sollten möglichst zum Schuljahresbeginn nicht mehr in den Klassenräumen hängen und die Räume gut gelüftet worden sein.
Marc Tirl "Frisch gestrichen". Solche Schilder sollten möglichst zum Schuljahresbeginn nicht mehr in den Klassenräumen hängen und die Räume gut gelüftet worden sein.

Der eine oder andere Schüler und Lehrer wird es vielleicht noch riechen: den frischen Duft von neuer Farbe im Klassenzimmer. In zahlreichen Schulen des Landes wurde die Ferienzeit genutzt, um zu sanieren und zu renovieren. Für viele Schüler beginnt das Schuljahr dann mit tränenden Augen oder Hustenreiz, warnen die Schadstoffexperten der Dekra. „Oft bleiben die Räume nach Abschluss der Erhaltungs- oder Renovierungsarbeiten der Handwerker bis zum Beginn des neuen Schuljahres geschlossen“, sagt Roland Lochmann, Produktmanager für Messstellen und Umwelt bei der Dekra. Er rät den Schulträgern darauf zu achten, dass Anforderungen an verwendete Produkte wie Farben, Lacke und Fußbodenbeläge bereits in den Ausschreibungen formuliert werden.

Das praktizieren die Schulträger schon, hieß es aus den Kreisverwaltungen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sowie aus dem Rathaus Neubrandenburg. Größere Probleme nach Ferien-Renovierungen habe es in den vergangenen fünf Jahren an den Schulen nicht gegeben, hieß es aus den Pressestellen. Lediglich im Internat des Demminer Goethe-Gymnasiums habe es vor einiger Zeit eine Beschwerde gegeben. Die vorsorgliche Luftmessung habe aber keine Beanstandungen ergeben.

Während die Dekra rät, bei allen „umfangreichen Arbeiten“ eine derartige Messung durchzuführen, sparen sich die Gemeinden diese Kontrollen in der Regel. Die Gründe: Sie seien nicht notwendig und zu teuer. Bei normalen Renovierungsarbeiten wie Tapezieren oder Malern seien solche Messungen in der Tat nicht unbedingt notwendig, sagte Gerhard Hauk, Dezernatsleiter im Landesamt für Gesundheit und Soziales. Dagegen seien Luftmessungen angebracht, wenn es an alte, eventuell belastete Bausubstanz geht. „Hier empfehlen wir vor und nach der Baumaßnahme Kontrollen“, so Hauk.

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