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Die Krätze ist im Land

Sie ist weder ausgestorben noch ein Zeichen mangelnder Hygiene – die Krätze, medizinisch Skabies.

Auslöser des Juckreizes: Die nur 0,2 bis 0,4 Millimeter großen Krätzmilben bohren sich unter die Haut.
Bgw Auslöser des Juckreizes: Die nur 0,2 bis 0,4 Millimeter großen Krätzmilben bohren sich unter die Haut.

Seit Jahresbeginn wurden beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Mecklenburg-Vorpommern zehn Krätze-Ausbrüche mit 35 Erkrankten gezählt. Die Behörde warnt: „Krätze kann jeden treffen, auch die reinlichsten Menschen. Das Problem ist die außerordentlich hohe Ansteckungsfähigkeit.“

Derzeit stiftet die juckende Hautkrankheit an der Mecklenburgischen Seenplatte und in der brandenburgischen Uckermark Unruhe (unsere Zeitung berichtete). In Demmin war ein Schulkind von den heimtückischen Krätzmilben heimgesucht worden. Das Gesundheitsamt des Landkreises hatte vorsorglich die Mitschüler untersuchen lassen und konnte prompt Entwarnung geben. Es handelte sich um einen Einzelfall. In der Uckermark hingegen waren ein Altenheim sowie mehrere Schulen und Kindertagesstätten betroffen.

Weder in Mecklenburg-Vorpommern noch Brandenburg gehört Skabies zu den meldepflichtigen Krankheiten. Lediglich wenn mehrere Fälle auftreten und die Gefahr einer rasanten Ausbreitung besteht, werden die Gesundheitsämter eingeschaltet. Die vermuten daher, dass die meisten Krätze-Fälle im Dunkeln bleiben. Das Lagus MV hatte im vergangenen Jahr 10 Meldungen mit 40 Erkrankten erhalten. Zum Vergleich: 2011 wurden 9 Häufungen mit 22 Betroffenen registriert, 2009 sogar 24 Ausbrüche mit 213 Patienten.

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