Häkeln ist nicht nur etwas für Frauen:

Die Masche der Jungs

Wie abgefahren ist das denn: Die „MyBoshi“-Gründer Felix Rohland und Thomas Jaenisch sind zwei coole Typen, die mit Nadel und Wollfaden ihren Fans das Häkeln lehren. Gerade erst zurück von der Häkel-Weltmeisterschaft gaben sie Gerlinde Bauszus Auskunft.

Wenn die Boshi-Jungs erst einmal so richtig in "Häkelfahrt" sind, vergessen sie doch glatt, ständig auf ihr Handy zu schauen.
myboshi-Agentur Wenn die Boshi-Jungs erst einmal so richtig in "Häkelfahrt" sind, vergessen sie doch glatt, ständig auf ihr Handy zu schauen.

Häkelnde Jungs – das ist schon etwas ungewöhnlich. Wie ist die Idee mit der „flotten Masche“ entstanden?

Das ist eine wirklich lustige Geschichte. Felix und ich haben vor etwa sechs Jahren an einem studentischen Austauschprogramm in Japan teilgenommen. Wir waren dort als Skilehrer in einem sehr entlegenen Resort untergebracht. Dort gab es allerdings keine Skihütten oder Après-Ski-Romantik. Stattdessen waren wir in einer Turnhalle einquartiert und alsbald kehrte Langeweile an den Abenden ein. Eine spanische Kollegin vertrieb sich die Zeit mit Häkeln. Zuerst haben wir darüber geschmunzelt, aber irgendwann haben wir auch zu Nadel und Faden gegriffen und regelrechte Häkel-Wettbewerbe ausgefochten.

Bekannt seid ihr als die „Boshi-Jungs“. Was heißt das?

Der Name „Boshi“ kommt aus dem Japanischen und heißt soviel wie Mütze.

Was ist für euch der Kick?

Uns fasziniert total, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Häkeln ist super einfach und in kurzer Zeit hat man eine coole Mütze fertig. Gleichzeitig vergisst man völlig, ständig auf sein Handy zu gucken. Ein wahrer Segen in unserer schnellen Zeit.

Wie verliefen eure ersten Häkelversuche?

Die waren ziemlich holprig. Doch wir sagen: Häkeln ist wie Fahrradfahren. Wenn man es einmal kann, verlernt man es nicht mehr.

Welches war euer coolstes Modell, und auf welche Farben steht ihr besonders?

Oh, das coolste Modell ist schwer zu sagen, da gehen die Geschmacksrichtungen ja weit auseinander. Aber wir mögen auf jeden Fall bunte Boshis in allen Farben.

Was macht ausgerechnet eure Wolle so besonders?

Unsere Wolle gibt es in verschiedenen Qualitäten: Winter- oder Sommerwolle, mit Naturfasern, wie Kapok und Baumwolle, aber auch leichte synthetische Fasern oder reine Merinowolle. Als wir auf der Suche nach der perfekten Wolle waren, stellten wir fest, dass oft die Farbenvielfalt fehlte. Wir glauben, unsere Wolle macht die Geschäfte etwas bunter, da wir echt viele Farben anbieten.

Wen habt ihr denn mit eurer Masche schon so alles „eingewickelt“?

Häkeln ist so vielfältig und kreativ, dass wir für unsere „gefädelten“ Fans, neben der Mütze, unzählige weitere Produkte entwickelt haben. Kleidungsstücke, wie Ponchos, Schals, Tücher, Bikinis, aber auch Wohn-
Accessoires, wie Teppiche, Lampenschirme, Decken, Kissen und auch Spielzeuge, wie Kuscheltiere, Mobiles, Lesezeichen. Der Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Ihr seid gerade erst zurück von der dritten Häkel-Weltmeisterschaft in Dortmund. Gesucht wurde der schnellste Häkler.

Eine verrückte Idee, die mittlerweile Kult-Status erreicht hat. Mit welcher Absicht habt ihr seinerzeit dieses Event kreiert?

Der Gedanke der Häkel-WM stammt noch aus unseren Anfangszeiten, in denen Felix und ich selbst um die Wette gehäkelt haben. Immer auf der Suche nach dem schönsten Modell in der kürzesten Zeit. Heute ist die WM für uns einfach eine tolle Möglichkeit, Menschen zu treffen, die uns seit vielen Jahren treu begleiten, Ideen auszutauschen und natürlich Aufmerksamkeit für dieses schöne Hobby zu bekommen. Felix ist Lehrer und für ihn ist es ein besonders großes Anliegen, dass unsere Kids kreativ aufwachsen, etwas Cooles mit den Händen machen und natürlich zu zeigen, dass man auch mit ungewöhnlichen Wegen was Tolles auf die Beine stellen kann. Man muss nur an sich glauben.

Ist es richtig, dass ihr jetzt auch Märchen häkelt?

Ja, wir haben gerade unser fünftes Buch „Der kleine Löwe Henri“ veröffentlicht. Das ist ein wunderschönes Häkelmärchen – erzählt von Tanja Mairhofer, bekannt aus der „Sendung mit dem Elefanten“. Dazu liefern wir ganz einfache und süße Anleitungen für die Kuscheltiere, die im Buch mitspielen. Die Planungen für weitere Bücher beginnen im April.

Welche neueste Projekt-masche habt ihr demnächst „auf der Häkelnadel“?

Ende April reisen wir nach Australien – zu unserer ersten „MyBoshi goes Australia-Häkeltour“. Denn es waren zwei Australier, die uns unsere ersten Boshis in Tokio vom Kopf weg abgekauft haben. Sie waren der Auslöser für unsere Geschäftsidee. Natürlich möchten wir unsere tolle Geschichte auch dort erzählen und bekannt machen.

Der Nordkurier sucht Handgemachtes!

Sie haben die richtigen Maschen drauf? So häufig, wie Ihre Freunde und Verwandten neue Kreationen von Ihnen verlangen, können Sie gar nicht stricken, häkeln, sticken oder nähen? Sie kennen nicht nur die unkaputtbaren Klassiker, sondern auch die neuesten Trends? Dann sind genau Sie unsere Frau oder auch unser Mann! Zeigen Sie uns Ihre Lieblingsstücke und erklären Sie uns bitte Ihre geheimen Tricks und Kniffe. Gesucht werden tolle, erprobte und verständliche Anleitungen sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Welche Technik Sie dabei verwenden, ist egal. Hauptsache handgemacht! Verraten Sie, was für Material Sie verwenden, welche Hilfsmittel gebraucht werden und wie viel Zeit Sie für Ihren Lieblingspulli, die traditionellen Socken oder den neuesten Schrei aus Wolle, Filz & Co. benötigen. Aus allen gesammelten Anleitungen soll ein neues Magazin vom Nordkurier entstehen. Senden Sie uns Ihre Anleitungen in Text und gerne auch im Bild. Vergessen Sie bitte nicht, Ihren Namen und Kontaktmöglichkeiten hinzuzufügen! Dann schicken Sie einfach alles zusammen entweder per E-Mail oder per Post an folgende Adresse:

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