Neubrandenburger wird Honorarkonsul:

Die Südsee lockt mit Gold und Kaffee

Papua-­Neuguinea will seine Beziehungen zu Deutschland beleben und lädt Investoren ein.

Rimbink Pato, Außenminister von Papua-Neuguinea, lässt sich von Honorarkonsul Thomas Bockhold die Technik eines Spezial-Lkw erklären.
Jörg Spreemann Rimbink Pato, Außenminister von Papua-Neuguinea, lässt sich von Honorarkonsul Thomas Bockhold die Technik eines Spezial-Lkw erklären.

Der Außenminister von Papua-Neuguinea benötigt keinen Wetterbericht, wenn er nach den aktuellen Temperaturen in seiner Heimat gefragt wird. „Egal, ob Sonne oder Regen, Tag oder Nacht – wir haben immer zwischen 28 und 32 Grad“, sagt Rimbink Pato und zieht fröstelnd seinen schwarzen Wollschal enger. In Neubrandenburg erwarten den Chefdiplomaten des drittgrößten Inselstaates der Welt nur Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt und ein eisiger Wind.

Pato ist auf Einladung seines neuesten „Mitarbeiters“ zum Betriebsbesuch nach Neubrandenburg gekommen. Thomas Bockhold, Geschäftsführer der Tollense Fahrzeugwerke, ist seit wenigen Tagen Diplomat im Ehrenamt und vertritt in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als Honorarkonsul die Interessen des exotischen Landes. Seit Bockhold in den 80er Jahren im Auftrag des Auswärtigen Amtes ein Straßenbauprojekt in Papua-Neuguinea durchgezogen hat, sind seine Kontakte in die Südsee nie ganz abgerissen. „Ich bin selbst gespannt, was mich in dem Amt alles erwartet“, sagt er. Zwischen Deutschland und Papua-Neuguinea sei in den vergangenen Jahren nicht viel gelaufen, erläutert Bockhold. Das Land unterhalte in Deutschland keine eigenen Botschaft. Deswegen sei ein Honorar-Konsul für eine Vertretung in Berlin gesucht worden und die Wahl auf ihn gefallen. „Nach zweijährigem Schriftwechsel zwischen den Außenministerien hat es nun geklappt“, so Bockhold, der sich mit der Geschichte der einstigen deutschen Kolonie ausgiebig beschäftigt hat. Vor fast 100 Jahren haben die Deutschen das Land mit seinen ausgedehnten Urwäldern verlassen. Noch heute heißt der höchste Berg des Landes Mount Wilhelm, benannt nach dem deutschen Kaiser.

Außenminister Pato rührt die Werbetrommel für sein fast sieben Millionen Einwohner zählendes Land, das reich an Bodenschätzen wie Gold, Kupfer oder Erdöl ist und Produkte wie Kaffee oder Kakao zu bieten hat. „Wir wollen die historische Verbindung mit Deutschland wiederbeleben“, kündigt er an. Investoren in Forstwirtschaft, Fischerei oder Tourismus seien willkommen. Pato lobt die exzellenten Gespräche im Berliner Außenministerium. Lediglich den Minister habe er nicht zu Gesicht bekommen.

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