Hohe Wahlbeteiligung:

Diesem Irrtum unterliegen die Politiker in Schwerin

Auf den letzten Metern rufen Politiker und Kulturschaffende die Bürger in MV auf, unbedingt wählen zu gehen. Doch eine hohe Wahlbeteiligung ist für die Regierungsparteien besonders gefährlich.

Der Schweriner Landtag
Jens Büttner Schweriner Landtag: Funktionieren noch die alten Rezepte der Parteien?

Schuld war auch das Finale der Fußball-Europameisterschaft. Der 10. Juli 2016 hätte der Tag der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern werden können. Doch die Landesregierung zögerte. Nun ist es der 4. September geworden, verbunden mit der Hoffnung auf viel Verkehr in den Wahllokalen.

Alles zur Landtagswahl 2016

Allerdings: Es ist der letzte Tag der Schulferien. Gleichzeitig finden viele Sommerfeste statt, Einschulungsfeiern, verkaufsoffene Sonntage. Wieviele Menschen werden zur Wahl gehen? Und welchen Einfluss hat die Wahlbeteiligung auf das Ergebnis?

Es ist eine einfache Rechnung: eine hohe Wahlbeteiligung bedeutet, dass die Zahl der Wähler insgesamt steigt. Damit braucht jede Partei in absoluten Zahlen mehr Stimmen, um ihr Ergebnis vom letzten Mal überhaupt zu halten, von Zuwächsen mal ganz abgesehen.

Nahezu aussichtslos für Parteien wie SPD, CDU und Linke, die sich schon lange auf ihr Stammpublikum konzentrieren. Anderen politischen Gruppierungen Stimmen abzujagen - viel zu aufwändig und viel zu kompliziert. Wahlkampf-Strategen in den Partei-Zentralen raten grundsätzlich davon ab.

Nach Parteien-Logik alles richtig gemacht

Da die AfD nach den Wahlumfragen zwischen 18 und 23 Prozent liegt und voraussichtlich etliche Nichtwähler an die Wahlurne locken wird, wird es am Sonntag für jede Partei eng, selbst wenn sie ihre treuesten Anhänger mobilisieren kann. Fast schon nervtötend wiederholen Ministerpräsident Erwin Sellering und seine Wahlkampf-Unterstützung Manuela Schwesig bei jedem Gespräch: Gehen Sie am Sonntag zur Wahl! Verhindern Sie so die AfD!

Wahrscheinlich ein großer Irrtum: In Sachsen-Anhalt sind am 13. März 2016 so viele Bürger wählen gegangen wie seit 15 Jahren nicht. Geholfen hat es den Regierungsparteien CDU (-2,7 Prozent) und SPD (-10,9 Prozent) keineswegs. Die AfD zog mit 24,2 Prozent der Wählerstimmen in den Landtag von Magdeburg ein.

Verfolgen Sie am Sonntag die Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern live bei nordkurier.de 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (2)

"Das Wetter wird sehr angenehm." Leichter Regen, später schauerartig verstärkt mit einer gewissen Chance auf Blitz und Donner. Angenehm ist doch sehr subjektiv ... ;-)

"Angenehm" im Sinne von "warm" und dann stimmt's! Laut der Wetterprognosen von gestern galt für den Regen noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Mit Blick aus dem Fenster haben wir nun aber den Text an dieser Stelle geändert.