Geldhahn soll zugedreht werden:

Droht dem Flughafen Laage das Aus?

Seit Jahren hängt der Flughafen Rostock-Laage am Tropf der drei kommunalen Gesellschafter und des Landes. Der Zuschussbedarf wächst und wächst. Die Kommunen drohen nun die Reißleine zu ziehen.

Seit Jahren schafft es der Airport nicht aus den roten Zahlen zu kommen.
Bernd Wüstneck Seit Jahren schafft es der Airport nicht aus den roten Zahlen zu kommen.

Dem seit Jahren umstrittenen Flughafen Rostock-Laage droht das Aus. Das Verkehrsministerium in Schwerin machte am Freitag klar, dass die Landeszuschüsse in Höhe von 500 000 Euro im kommenden Jahr nur dann ausgezahlt werden, wenn auch die drei kommunalen Gesellschafter ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage hätten dem Ministerium aber mitgeteilt, dass sie ihre Zahlungen einstellen wollten. „Damit ist die Finanzierung des Flughafens infrage gestellt und eine Auszahlung des Landeszuschusses derzeit nicht möglich“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums, das nach eigenen Angaben auch zu einer vorgezogenen Bereitstellung von Teilbeträgen bereit war.

Nach Medienberichten, wird der Flughafen im zu Ende gehenden Jahr ein Defizit von rund 2,8 Millionen Euro machen. Die Verluste seien damit um 300 000 Euro höher als erwartet. Die Geschäfte seien 2013 unter anderem wegen der Insolvenz zweier Airlines deutlich schlechter gelaufen. Schon 2012 waren nur 204 000 Passagiere in Laage gezählt worden, knapp 20 000 weniger als im Jahr davor.

Der Zuschussbedarf des Flughafens lag zuletzt bei 2,5 Millionen Euro im Jahr. 500 000 Euro kamen vom Land, das diese Zuschüsse entgegen früheren Planungen in gleicher Höhe wieder im Landesetat für 2014/15 eingeplant hat. Zwei Millionen Euro schossen die drei Gesellschafter zu, die nun offenbar nicht mehr bereit sind, die ausufernden Verluste ohne zusätzliches Engagement des Landes auszugleichen. Spätestens im Februar droht der Flughafengesellschaft die Zahlungsunfähigkeit. Von der Flughafen-Leitung und von den Gesellschaftern gab es zunächst keine Stellungnahmen.

Eine Schließung des Flughafens hätte jedoch erhebliche finanzielle Folgen für die Gesellschafter. Laut einer Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums für den Finanzausschuss des Landtags hat das Land seit 1992 knapp 50 Millionen Euro gezahlt, um den größten Flughafen des Landes zu erweitern und zu modernisieren. Das Geld sei allerdings zweckgebunden ausgereicht worden mit Bindungsfristen teilweise bis ins Jahr 2038.