Ärztliches Gutachten:

Ehemaliger KZ-Sanitäter angeblich verhandlungsunfähig

Dem 94-Jährigen aus Gnevkow bei Altentreptow wird Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen vorgeworfen. Er arbeitete 1944 für etwa einen Monat in der SS-Sanitätsdienststaffel des KZ Auschwitz-Birkenau.

dpa/Archiv Hubert Z. arbeitete in der SS-Sanitätsdienststaffel des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Der ehemalige KZ-Sanitäter Hubert Z. muss sich höchstwahrscheinlich nicht vor Gericht verantworten. Der heute 94-Jährige aus Gnevkow bei Altentreptow wurde von der zuständigen Amtsärztin als verhandlungsunfähig eingeschätzt, sagte Anwalt Peter-Michael Diestel, der Verteidiger von Hubert Z. Dies sei das dritte ärztliche Gutachten, das zu diesem Urteil komme. Während die beiden ersten Gutachten auf Veranlassung der Verteidigung erstellt worden waren, wurde die dritte Einschätzung durch das Landgericht Neubrandenburg beauftragt.

Hier hatte die Staatsanwaltschaft Schwerin Anfang 2015 die Anklage eingereicht. Eine Gerichtssprecherin wollte sich zum Inhalt des Gutachtens nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Hubert Z. Anklage wegen Beihilfe zum Mord in über 3681 Fällen erhoben. Er soll 1944 vom 15. August bis 14. September in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau gearbeitet haben. In der Zeit seien in dem Lager mindestens 3681 Menschen vergast worden.

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