Einbruchszahlen steigen weiter an:

Eigenheimbesitzer rüsten gegen Einbrecher auf

Sie kommen meist in der Dunkelheit und hinterlassen ratlose Opfer: Die Einbruchszahlen im Land steigen. Weil es die Polizei schwer hat, greifen immer mehr Menschen zum Selbstschutz.

Die Einbruchszahlen im Land steigen. Weil es die Polizei schwer hat, greifen immer mehr Menschen zum Selbstschutz.
Andreas Gebert Die Einbruchszahlen im Land steigen. Weil es die Polizei schwer hat, greifen immer mehr Menschen zum Selbstschutz.

Und wieder ist es passiert. „Erst heute Morgen hat mich ein Kunde angerufen, den hat es jetzt auch erwischt. Jetzt will er auch sein eigenes Haus mit einer Alarmanlage absichern.“ Anekdoten wie diese könnte Thomas Hoppe von der Sicherheitsfirma sensor24 viele erzählen. Seit Jahren liegen die Einbruchszahlen im Nordosten auf hohem Niveau, auch in diesem Jahr wird die Polizei wohl einen Anstieg registrieren müssen.

„Wir haben aktuell leicht steigende Zahlen, das hängt sicher auch mit der Zeitumstellung zusammen“, sagt dazu Synke Kern vom Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern. Während die Polizei im Jahr 2011 noch 1334 Einbruchsfälle erfasst hatte, waren es 2012 schon 1413 registrierte Einbrüche. In diesem Jahr dürften es noch einige mehr werden. „Für das Jahr 2013 lässt sich mit Stand 30. Juni feststellen, dass die Anzahl der Fälle aus dem Vergleichszeitraum des Jahres 2012 deutlich überschritten wurde“, so Synke Kern weiter.

Immer mehr Hausbesitzer greifen zu privaten Sicherungsmaßnahmen

Gegenläufig ist der Trend dagegen bei der Aufklärungsquote. Diese lag im Jahr 2003 noch bei 40,1 Prozent der Fälle, im Vorjahr konnte die Polizei nur noch ein Drittel aller Einbrüche aufklären. Wohl auch deshalb greifen immer mehr Hausbesitzer zu privaten Sicherungsmaßnahmen. Insgesamt sei der Anteil der Privatkunden bei Sicherheitsdiensten laut Harald Ulschuk vom Bundesverband der Sicherungswirtschaft zwar „verschwindend gering“, die Unternehmen selbst erkennen aber eine steigende Tendenz. „Während private Kunden vor drei Jahren nur gut ein Prozent unserer Geschäfte ausmachten, sind es heute schon fünf bis sieben Prozent“, berichtet Thomas Hoppe.

Elektronische Alarmanlagen könnten den Einbruch zwar nicht verhindern, dafür aber schnellstmöglich Meldung geben. Das kann über das Telefon des Eigenheimbesitzers geregelt werden oder auch per Mitteilung an einen Sicherheitsdienst.

Eine Alarmanlage kostet zwischen 3000 und 5000 Euro

Von dieser sogenannten Aufschaltung der Alarmanlage schrecken die meisten Eigenheimbesitzer jedoch weiterhin zurück. „Von den insgesamt 1400 Aufschaltungen kommen nur rund 60 aus privaten Haushalten“, schätzt Bernd Koltz, Geschäftsführer der Dienstleistungsgruppe Koltz aus Demmin. Eine Ursache dürfte die monatliche Gebühr sein, die Besitzer von Alarmanlagen für die Aufschaltung bezahlen müssen. Verständlich, könnte man meinen, schließlich kostet eine adäquate Alarmanlage für ein Einfamilienhaus laut Thomas Hoppe zwischen 3000 und 5000 Euro.

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