Diebstahl und Grenzkriminalität im Fokus:

Einbrecher halten Ermittler auf Trab

Die Zahl der Straftaten geht zwar zurück – dennoch ist Innenminister Caffier nicht mit allem zufrieden. Wohnungseinbrüche bereiten ihm Kopfzerbrechen.

Gerade Einbrüche sind ein großes Problem im Land.
Bodo Marks Gerade Einbrüche sind ein großes Problem im Land.

Die Zahl der Straftaten in MV ist erneut gesunken und hat 2014 mit insgesamt 116  609 Fällen einen neuen Tiefststand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr seien 3900 Straftaten weniger registriert worden, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.
Besonders deutlich waren die Rückgänge bei Diebstählen sowie Vermögens- und
Fälschungsdelikten.

Diebstähle machen mit gut 36 Prozent noch immer den größten Teil der Straftaten aus. Doch ging die Zahl der Fälle um 3151 auf 42  435 zurück. Besonders stark war der Rückgang beim schweren Diebstahl mit
7,7 Prozent. Fahrzeugdiebstähle reduzierten sich binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 812. Eine Ausnahme bildete der Grenzkreis Vorpommern-Greifswald, in dem die Zahl der Kraftwagendiebstähle um 35 auf 157 wuchs. Entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche erneut, wenn auch nur um 9 auf 1530. Diese seit 2010 anhaltende Entwicklung bereite ihm Sorge, sagte Caffier.

Trotz „umfassender polizeilicher Maßnahmen“ konnte nur jeder vierte Bruch aufgeklärt werden. Ein Jahr zuvor war es noch fast jeder dritte. „Die Täter gehen immer professioneller vor und agieren häufig vom Ausland aus. Das erschwert die Ermittlungen“, konstatierte der Minister. Weil Wohnungseinbrüche bei den Betroffenen aber „eine Tiefenwirkung“ erzielten, widme die Polizei diesem Deliktfeld auch künftig größte Aufmerksamkeit. Schwerpunkt bleibe die Grenzregion zu Polen. Der Kreis Vorpommern-Greifswald weise trotz eines Rückgangs zum Vorjahr mit 354 mehr als doppelt so viele Fälle auf wie andere Landkreise.

Die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg um gut 1000 auf 4931. Ihr Anteil erhöhte sich damit auf
10,6 Prozent. „International agierende Banden und reisende Tätergruppen“ würden Freiheit und Freizügigkeit in Europa für ihr kriminelles Werk nutzen, sagte Caffier.

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