Wechsel an der Landesspitze:

Eine Frau wacht jetzt über die Steuergelder

Ein Grund zum Feiern: Sophie Mennane ist neue Landesvorsitzende des Vereins, der sich „Finanzgewissen der Nation“ nennt. Wie aber feiern diejenigen, die vor allem der Sparsamkeit huldigen?

Landesvorsitzende beim Bund der Steuerzahler Sophie Mennane
Rainer Cordes Landesvorsitzende beim Bund der Steuerzahler Sophie Mennane

Um es gleich vorwegzunehmen: Wenn der Bund der Steuerzahler einen Grund zum Feiern hat, gibt es mehr als Wasser und Brot. Die wichtigsten Erkenntnisse eines Abends mit dem „Finanzgewissen der Nation“.

Erstens: In Mecklenburg-Vorpommern steht dem Bund der Steuerzahler erstmals eine Steuerzahlerin vor – Sophie Mennane, als Karl-Marx-Städterin geboren (heute Chemnitz), 36 Jahre, Rechtsanwältin in Bad Kleinen, verheiratet, eine Tochter. Sie übernimmt das Ehrenamt von Uwe Karsten, einem Unternehmer, der seinen Betrieb schon durch die DDR-Planwirtschaft manövriert hat. Er beschreibt das damalige Steuersystem zwar als einfach, einem „Privaten“ habe es jedoch 90 Prozent Steuern abgeknöpft. Davon befreite ihn die Marktwirtschaft. Aus Dankbarkeit trat Uwe Karsten dem Steuerzahlerbund bei, der 1990 in Schwerin gegründet wurde. 1994 übernahm er den Vorsitz. Seiner Nachfolgerin will er als Vorstandsmitglied den Rücken stärken.

Zweitens: Wer der öffentlichen Hand beim Geldausgeben eines drauf gibt, muss hart im Nehmen sein. Denn: „Den Finger in die Wunde der öffentlichen Verschwendung zu legen“, sieht der Verein als seine vornehmste Pflicht an. Im Schwarzbuch werden alljährlich Steuersünden von Vater Staat aufgelistet. Hierzulande gilt das Millionengrab Werftindustrie als Dauerbrenner.

Drittens: Nicht nur die Kanzlerin, nicht nur der Bundespräsident stammen aus dem Nordosten der Republik, sondern auch der oberste Steuer-Wächter. Reiner Holznagel war Landesgeschäftsführer in Schwerin, als die Bundesspitze auf das Talent aufmerksam wurde. Heute ist der Politikwissenschaftler aus dem vorpommerschen Pasewalk Präsident des Bundes der Steuerzahler. Mit seinem Grußwort in der alten Heimat erinnerte er an die ewigen Geißeln des Steuerzahlers: Verschwendung, Steuererhöhung und Verschuldung. Und? Finger in die Wunde!

Zu guter Letzt: Die Großzügigkeit kennt keine Grenzen, wenn der Bund der Steuerzahler seine Mahnung ausspricht: „Wer Steuern zahlt, will Sparsamkeit“. Die Sparsamkeit auch mal außer Acht lassen darf hingegen, wer Beiträge von landesweit rund 4000 Mitgliedern einnimmt. Also Sekt und Büfett statt Wasser und Brot. 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung