Gestrandete Robbe:

Eis erschwert den Weg zurück ins Meer

Auf dem zugefrorenen Strelasund zwischen Greifswald und Stralsund ist ein Robbenweibchen gestrandet. Das Tier befindet sich nicht in Gefahr, Experten raten aber, die Kegelrobbe nicht zu stören.

Das Robbenweibchen hat es sich auf dem Eis "bequem" gemacht und wird dabei von Experten des WWF und des Stralsunder Meeresmuseums beobachtet.
Florian Hoffmann Das Robbenweibchen hat es sich auf dem Eis "bequem" gemacht und wird dabei von Experten des WWF und des Stralsunder Meeresmuseums beobachtet.

Die Umweltorganisation WWF in Stralsund machte am Mittwoch auf das Tier aufmerksam. Es bestehe keine akute Gefahr, sagte Florian Hoffmann vom WWF. „Die Robbe ist erstmals am Freitag von Anwohnern auf dem Eis gesichtet worden.“ Es handele sich um ein junges Robbenweibchen, das offenbar nicht ortskundig und vom Eis überrascht worden sei.

„Am Samstag lag sie noch ganz dicht am Ufer“, erzählte Hoffmann. „Inzwischen hat sie sich aus eigener Kraft etliche hundert Meter aufs Eis hinausbewegt, was uns beruhigt.“ So sei das Tier vor neugierigen Menschen geschützt, da das Eis nicht bis dorthin trage. Hoffmann warnte eindringlich davor, sich dem Tier zu nähern: „Das gilt grundsätzlich für jedes Wildtier.“

Nach der Beobachtung der Robbe geht Hoffmann davon aus, dass sich direkt neben ihr ein Loch im Eis befindet: „Dieses Eisloch hält sie offenbar eisfrei. So kann sie ab und an auch Tauchgänge unternehmen, um sich zu ernähren.“ Grundsätzlich könnten Robben aber auch für längere Zeit ohne Nahrung auskommen und seien an Eis gewöhnt.

Gesundheitszustand wird aufmerksam beobachtet

Nach Hoffmanns Ansicht könnte die Robbe so lange dort bleiben, bis das Eis wieder taut, sie könnte aber auch in den nächsten Tagen den Weg zurück ins offene Wasser finden. Grund zur Sorge bestehe jedenfalls nicht, solange das Tier nicht gestört werde.

Allerdings ist Hoffmann nicht ganz zufrieden mit dem Gesundheitszustand des Tieres: „Er ist nicht besorgniserregend, aber er könnte besser sein. Momentan können wir aber nicht mehr tun, als das Tier im Auge zu behalten.“ Auch Experten vom Stralsunder Meeresmuseum seien in die Beratungen eingebunden.

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