Hörgeschädigte:

Elternverband will besondere Klassen

Behinderte Kinder sollen gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern lernen, so sieht es das Ideal der Inklusion vor. Doch in der Realität stößt dies bisher schnell an Grenzen.

Die 17-jährige Liana lernt in der einzigen Gehörlosenschule Mecklenburg-Vorpommerns in Güstrow.
Jens Büttner Die 17-jährige Liana lernt in der einzigen Gehörlosenschule Mecklenburg-Vorpommerns in Güstrow.

Der Elternverband hörgeschädigter Kinder in Mecklenburg-Vorpommern hat die Einrichtung sogenannter Schwerpunktklassen für Hörgeschädigte in den Städten vorgeschlagen. Das ermögliche es Eltern, ihr Kind in eine Schule in ihrer Nähe zu schicken, sagte Elke Prehn vom Verband. In diesen Klassen könnten auch Kinder ohne Hörschädigung unterrichtet werden, die anderweitig Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben, etwa Zuwanderer. In Hamburg gebe es bereits gute Erfahrungen damit, sagte Prehn anlässlich einer Verbandstagung am Samstag in Roggentin bei Rostock.

Zugleich solle das Kompetenzzentrum in Güstrow erhalten werden. Dort werden viele Kinder mit Hörproblemen gefördert und unterrichtet. In Güstrow wird auch in Gebärdensprache unterrichtet, nach Prehns Worten aber noch zu wenig. Das Kompetenzzentrum solle möglichst noch weiter ausgebaut werden und beispielsweise Referendare ausbilden sowie Lehrer im ganzen Land beraten.

Wenn hörgeschädigte Kinder im Zuge der Inklusion Regelschulen besuchen, müssten die Bedingungen dort stimmen, forderte Prehn. Die Kinder brauchten eine ruhige Umgebung zum stressarmen Hören sowie eine technische Höranlage. Die Klassenzimmer müssten schallreduziert, die Klassen klein sein. „Wir wollen keine Inklusion auf Biegen und Brechen“, sagte Prehn. Wenn Eltern die Aufnahme ihres hörgeschädigten Kindes in eine herkömmliche Schulklasse wünschten, müsse ihnen das aber möglich sein. „Die Eltern haben das Wahlrecht“, sagte sie.

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