Nach Missbrauchsskandal:

Endgültiges Aus für Schweriner Jugendtreff

Der Schweriner Kinder- und Jugendtreff "Power for Kids" kam nach einem Missbrauchsskandal nicht mehr aus den Negativschlagzeilen. Nachdem auch der neue Vorsitzende in den Verdacht einer schweren Straftat geraten ist, zieht der Vereinsvorstand die Notbremse.

Der Jugendklub des Vereins "Power for Kids" bleibt nun endgültig geschlossen.
Jens Büttner/Archiv Der Jugendklub des Vereins "Power for Kids" bleibt nun endgültig geschlossen.

Nach einem Missbrauchsskandal und Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung macht der von einem Verein betriebene Kinder- und Jugendtreff "Power for Kids" in Schwerin endgültig dicht. Der Vereinsvorstand hat die sofortige Schließung des Treffs beschlossen. Die Entscheidung sei am Freitagabend im Beisein von Sozial- und Jugenddezernent Andreas Ruhl getroffen worden, sagte am Sonntag eine Stadtsprecherin und bestätigte damit einen Bericht des NDR. Zuvor hatte der Jugendhilfeausschuss der Stadtvertretung auf eine Schließung gedrungen.

Der Jugendtreff war vor knapp einem Jahr in die Schlagzeilen geraten, als publik wurde, dass der Initiator des Vereins als Leiter einer Tanzgruppe jahrelang Jungs missbraucht hatte. Der Mann war im Februar zu einer Gefängnisstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Nach monatelanger Schließung hatte der Jugendtreff erst im April wieder geöffnet.

Kinder sollen in andere Treffs gehen

Mit der endgültigen Schließung reagiert der Vorstand nun offenbar auf die Inhaftierung des erst kürzlich gewählten neuen Vereinsvorsitzenden. Der Mann war Anfang Juni wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen worden war. Er soll in der Wohnung eines vereinseigenen Gebäudes Feuer gelegt und damit einen Schaden von 80 000 Euro verursacht haben. Eine Hausbewohnerin erlitt eine Rauchvergiftung.

Nach der Inhaftierung des Vereinsvorsitzenden sei das Vertrauen der ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie der Kinder und Eltern erschüttert, heißt es in einem Brief des Vereinsvorstandes an den Jugendhilfeausschuss. Sozialdezernent Ruhl wurde gebeten, bei der Übernahme der Kinder in andere Treffs behilflich zu sein.

Ein Sonderausschuss der Stadtvertretung untersucht, weshalb die sexuellen Übergriffe in dem Treff so lange unentdeckt blieben und ob dem Jugendamt dabei Versäumnisse anzulasten sind, die über das hinausgehen, was eine interne Prüfung zutage förderte.

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