Ganoven am Telefonhörer:

Enkeltrick-Betrüger schädigen Opfer um 640.000 Euro

Die Masche ist perfide: Ältere Menschen werden telefonisch mit Hiobsbotschaften unter Druck gesetzt. Auch 2015 wurden viele Menschen auf diese kriminelle Weise um viel Geld gebracht.

Julian Stratenschulte Auch in diesem Jahr gab es wieder viele Fälle von Trickbetrug.

In Mecklenburg-Vorpommern versuchen dreiste Betrüger im Schnitt fast täglich, ältere Menschen mit dem sogenannten Enkeltrick um ihr Erspartes zu bringen. Seit Jahresbeginn seien landesweit mehr als 300 Fälle registriert worden, bei denen sich Anrufer am Telefon als nahe Verwandte ausgaben und Hilfe in einer finanziellen Notlage forderten. Das seien etwa 100 mehr als im Vorjahr, sagte eine Polizeisprecherin.

Auch wenn regelmäßige Warnungen vor der Betrugsmasche Wirkung zeigten und Angerufene den Forderungen immer häufiger nicht nachkämen, wachse die Schadenshöhe. Im Zeitraum von Januar bis Mitte Dezember entstand nach Angaben der Behörde in Mecklenburg-Vorpommern durch Enkeltrick-Diebstähle ein Gesamtschaden von etwa 640.000 Euro.

Summen reichen bis 40.000 Euro

Die Vorgehensweise sei fast immer gleich: Die Betrüger suchen gezielt nach älteren, allein lebenden Personen, rufen diese an und geben sich als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus. In eindringlichen Worten werden Notlagen nach Unfällen oder finanzielle Engpässe bei dringend benötigten Anschaffungen geschildert. Willigen die überrumpelten Opfer ein, wird ein Bote geschickt, der das Geld abholt.

Die geforderten Summen reichten laut LKA von 5000 bis 40.000 Euro. Die Polizei rät zu größtem Misstrauen bei telefonischen Geldforderungen. Das vermeintlich hilfebedürftige Familienmitglied könne unter der bekannten Telefonnummer zurückgerufen und persönlich befragt werden. Bei verdächtigen Anrufen solle stets die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.

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