Energiewende:

Eon investiert 1,2 Milliarden Euro in Offshore-Windpark vor Rügen

Nordöstlich von Rügen entsteht ein weiterer Windpark. Eon baut zusammen mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil ein Windfeld mit 385 Megawatt Leistung. Es wird der vierte in der deutschen Ostsee.

Im Park "Baltic 2" auf der Ostsee bei Sassnitz drehen sich bereits die Windkraftanlagen.
Stefan Sauer Im Park "Baltic 2" auf der Ostsee bei Sassnitz drehen sich bereits die Windkraftanlagen.

Der Ausbau der Windkraft in der deutschen Ostsee geht weiter: Der Energiekonzern Eon errichtet in den kommenden Jahren zusammen mit dem norwegischen Konzern Statoil einen Offshore-Windpark vor der Insel Rügen. Die Investitionssumme für den Windpark "Arkona" mit 60 Turbinen der Sechs-Megawatt-Klasse beträgt 1,2 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Essen mit. Der Windpark – der dann vierte in der deutschen Ostsee – entsteht rund 35 Kilometer nordöstlich von Rügen und soll 2019 in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten wollen die Investoren spätestens 2017 starten.

Mit dem Projekt festige Eon seine Rolle als ein führendes Unternehmen beim Ausbau erneuerbarer Energien, sagte der geschäftsführende Vorstand von Eon Climate & Renewables, Michael Lewis. Bislang betreibt EnBW zwei Offshore-Windparks vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Der spanische Energiekonzern Iberdrola begann im März mit dem Bau eines Windkraftfeldes mit 350 Megawatt Leistung vor Rügen.

50 Dauerarbeitsplätze in Sassnitz

In der Nähe des Iberdrola-Windparks "Wikinger" soll nun das Eon/Statoil-Projekt "Arkona" entstehen. Die Netzanbindung erfolgt über die 90 Kilometer lange Stromtrasse des Übetragungsnetzbetreibers 50Hertz.

Basis für den Bau und Betrieb des Windparks, an dem Eon und Statoil je zur Hälfte beteiligt sind, soll ebenfalls der Fährhafen Sassnitz werden. Bis zu 400 Mitarbeiter sind nach Eon-Angaben an der Errichtung des Windparks beteiligt. Zudem soll der spätere Betrieb von Sassnitz aus gesteuert werden, so dass dort über 25 Jahre rund 50 Dauerarbeitsplätze entstehen. Die Turbinen werden bei Siemens in Auftrag gegeben. Der Windpark mit einer Leistung von 385 Megawatt kann rechnerisch rund 400 000 Haushalte mit Strom versorgen.

Weitere Parks zukünftig möglich

Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel (SPD) begrüßte die Investitionsentscheidung. "Vor dem Hintergrund, dass nach und nach die deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden, ist die heutige Entscheidung zum Bau eines neuen Offshore-Windparks ein wichtiger Schritt in Richtung Versorgungssicherheit." Der Windpark spare im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken jährlich bis zu 1,2 Millionen Tonnen CO2 ein, sagte Pegel. In Sassnitz entstünden sichere und qualifizierte Arbeitsplätze.

Pegel bekräftigte den Kurs der Landesregierung zum weiteren Ausbau der Windkraft in der Ostsee. Bis zum Sommer solle das neue Landesraumentwicklungsprogramm in Kraft treten. Darin würden weitere Flächen im Küstenmeer ausgewiesen, auf denen nach dem Jahr 2020 weitere Windparks entstehen können.

Für Investoren gelten Baufelder im landnahen Küstenmeer als besonders attraktiv, weil damit die Bau- und Anbindungskosten gesenkt werden können. In der Tourismuswirtschaft und bei Naturschutzverbänden ist der küstennahe Ausbau der Windkraft jedoch umstritten.

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