Angezündete Unterkunft:

Ermittler suchen nach dem Brandstifter von Woldegk

Brandstifter zündeln in einem Haus, in dem auch Flüchtlinge wohnen. Nun rätseln die Bewohner von Woldegk, ob es ein politisches Motiv gibt. Bisher wurden dort Flüchtlinge problemlos in leerstehenden Wohnungen untergebracht.

Die Motive der Brandstiftung geben der Polizei und auch den Anwohnern in Woldegk bisher Rätsel auf.
Stefan Sauer Die Motive der Brandstiftung geben der Polizei und auch den Anwohnern in Woldegk bisher Rätsel auf.

„Es wird wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ermittelt“, sagt Polizeisprecherin Carolin Radloff. Das Feuer blieb auf den Keller beschränkt. Wer den Brand gelegt hat, ist noch unklar. „Da muss einer einen Lappen angezündet haben“, sagt Ordnungsamtsleiter Manfred Balzer. Wenige Meter weiter wurde ein altes Sofa angesteckt.

Ein 76-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Die zehn Flüchtlinge – eine Gruppe syrischer Männer sowie eine Familie aus der Ukraine – blieben unverletzt. Sie hoffen, bald wieder in die Wohnungen zu können.

Zusammenhang zu anderen Bränden?

Woldegks Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode ist erschrocken über den Vorfall. In dem 3000-Einwohner-Ort leben 88 Flüchtlinge, die alle dezentral untergebracht sind. Damit reduziert die örtliche Wohnungsgesellschaft ihren Leerstand. „Wir sind bisher zufrieden, die Flüchtlinge sind in der Bevölkerung eigentlich akzeptiert“, sagt Lode. Aber „die Bevölkerung“ müsse ja nicht der Verursacher sein.Tatsächlich ist Woldegk nicht als ausländerfeindlich bekannt. Mehrere Vereine, die Kirche und die Schule kümmern sich um die Flüchtlinge.

Den einzigen Zusammenhang könne er mit einem Feuer vor etwa zehn Tagen sehen, als zwei Autos in der Nähe in Brand gesetzt wurden, sagt Balzer. Der Fall wurde bisher noch nicht aufgeklärt. Die achtköpfige Ermittlergruppe, zu der auch der Staatsschutz gehört, prüft nun aber einen Zusammenhang.

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