Provokationen als Schutzschild:

Es geht nicht nur um Ausländer

Die "Lügenpresse" ist zum Kampfbegriff der Pegida-Bewegung geworden. Aber allgemeine Medienschelte hilft Wutbürgern nicht weiter. Ein Kommentar. 

Viele Pegida-Demonstranten üben auch Kritik an den deutschen Medien.
Peter Endig Viele Pegida-Demonstranten üben auch Kritik an den deutschen Medien.

„Lügenpresse“: Dieses Macht- und Schlachtwort gehört in diesen Tagen zum Standard-Vokabular von Pegida-Teilnehmern. Angesprochen sind Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen, die aus Sicht der Rufer falsch über Pegida berichten. Da ist es fast schon Realsatire, dass ausgerechnet Pegida-Anhänger gleich reihenweise die Chance ausschlagen, ihre Sicht auf die Dinge in den Medien darzustellen.

Oder ist die „Lügenpresse“ das Schutzschild, um unliebsame Wahrheiten nicht an sich heranzulassen? Zum Beispiel, dass Köpfe von Pegida und Ablegern selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind oder der Neonazi-Szene zugerechnet werden.

Wie wir aus kritischen Anrufen in der Redaktion und Leserzuschriften wissen, stoßen Forderungen von Pegida auch auf Sympathien in der Region. Und: Es ist oft das Gefühl, Entscheidungen von „oben“ ausgeliefert zu sein, das die Menschen verärgert.

Selbst wenn es Pegida nicht gäbe: Auch wir müssen uns ständig fragen lassen, ob wir auf der Seite der Leser stehen. Nicht, indem wir ihnen nach dem Mund schreiben, sondern Themen aufgreifen, die das Leben der Menschen vor Ort berühren. Dazu gehört auch, den „Mächtigen“ auf die Finger zu schauen.

Deswegen unser Angebot: Nutzen Sie unser Leserforum (leserbriefe@nordkurier.de) oder schreiben Sie hier einen Leserkommentar, um Ihre Meinung kundzutun. Und geben Sie unseren Redaktionen vor Ort einen Tipp, wenn bei Ihnen vor der Haustür etwas schiefläuft.

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Kommentare (1)

immer wieder werden diese gar nicht oder wissentlich falsch dargestellt (z.B. Aufnahme von Flüchtlingen) es hat mich einiges an Energie gekostet, diese im Netz mal wertungsfrei zu finden, in den etablierten Medien gelang es mir jedenfalls nicht. Diesbezüglich hat sich in den medien ein gewisser Meinungskonsens gebildet, bei bestimmten Themen finden Kritiker einfach kein Gehör,es ist wie ein Dogma, reflexartig gehen Medien und Politik auf die Barrikaden und ein sachlicher Diskurs ist nicht möglich. Dabei wäre das für eine gelungene Integration doch so wichtig. Eher wird überall das Licht ausgeknipst, das muss mal sich mal vorstellen, und das in dem Musterland der Demokratie. Und auch der Nordkurier kommt nicht umhin mich in jedem Artikel über die Vorstrafen der Initiatoren zu informieren, Danke ich weiß es jetzt, die Intentionen der Demonstranten wären wichtiger. E.Schult