Mysteriöse Flugobjekte:

Experte: Ufos waren Schrott aus dem Weltraum

Das neue Jahr hat mysteriös begonnen: An der Müritz und am Stettiner Haff wurden fast zeitgleich Ufos gesichtet. Wahrscheinlich haben die unbekannten Flugobjekte eine sehr irdische Ursache.

Vermeintliche Ufos werden immer wieder gesichtet. Oft handelt es sich dabei laut Experten um verglühenden Weltraumschrott oder wie auf diesem Foto um einen Raketenstart.
Werner Walter/dpa Vermeintliche Ufos werden immer wieder gesichtet. Oft handelt es sich dabei laut Experten um verglühenden Weltraumschrott oder wie auf diesem Foto um einen Raketenstart.

Sie kommen selten allein und meist nur bei klarer Sicht – die nicht identifizierten Flugobjekte (Ufos). Diesmal erfolgte der Angriff aus Richtung Bremen, wo vor einigen Tagen vermutlich ein Störsignal auf dem Radar des Flughafens Ufo-Alarm ausgelöst hatte. Meist folgt solchen Vorfällen eine Ufo-Mania: Auch anderswo genauer in den Himmel geschaut – so geschehen auch an der Müritz und in der Nähe von Ueckermünde. Fast zeitgleich entdeckten Ende vergangener Woche Einwohner dort ein fliegendes Objekt – zu hoch für ein Flugzeug, zu schnell für einen Satelliten.

Keine Zweifel an den Beobachtungen hegt der Neubrandenburger Raumfahrtexperte Uwe Schmaling. Insbesondere das beobachtete „rötliche Lichtfeld“ hinter dem ominösen Flugobjekt bringt ihn sofort auf eine Erklärungsfährte. „Da ist Weltraumschrott in der Erdatmosphäre verglüht“, ahnt er. Insbesondere die beschriebenen „Farbenwechsel“ seien ein Indiz dafür. Laut US-Militärs kreisen inzwischen mindestens 18  000 Trümmerteile um die Erde, die größer als zehn Zentimeter sind. Das Gewicht der Satellitenreste wird nach über 50 Jahren Raumfahrt auf insgesamt 6000 Tonnen geschätzt.

Eine andere Erklärung wäre der „Abfall“ eines Raketenstarts in Russland, bei dem abgesprengte Teile bis in unsere Region abgedriftet sein könnten. „Ein solcher Starttermin ist aber nicht bekannt“, sagt der Cheforganisator der Neubrandenburger Tage der Raumfahrt, die sich im vergangenen Jahr ausführlich mit dem Ufo-Phänomen beschäftigt hatten. Habe es sich um den Start eines russischen Militärsatelliten gehandelt, werde das wahrscheinlich für immer geheim bleiben.

Keinesfalls entdeckt worden sein könne die Internationale Raumstation ISS, die mit ihrer Helligkeit zu bestimmten Zeiten auch bei uns vom Boden aus gut sichtbar sei, meint Schmaling. Allerdings erfolgten die Überflüge über den Nordosten Deutschlands derzeit in den Morgenstunden. Bei einschlägigen Ufo-Meldestellen im Internet finden die Beobachtungen von Haff und Müritz keine Beachtung. Stattdessen sorgt ein Modell-Luftschiff, das bei Zwickau zu Jahresbeginn außer Kontrolle geraten war und für ein Ufo gehalten wurde, für reichlich Aufregung und Häme.

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