Urteil wurde aufgehoben:

"Facebook-Richter" als Zeuge im Prozess um Menschenraub

Zwei Männer hatte er zu Gefägnisstrafen verurteilt. Doch nach einem umstrittenen Facebook-Post des Richters wurde das Urteil aufgehoben, der Mann wird heute vernommen.

Das Stralsunder Gericht verhandelt den Fall um Menschenraub neu.
Katja Lenz Das Stralsunder Gericht verhandelt den Fall um Menschenraub neu.

Der sogenannte Facebook-Richter wird am Freitag in einem Prozess um erpresserischen Menschenraub am Landgericht Stralsund als Zeuge vernommen. Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 35 und 27 Jahren, die 2012 den Besitzer einer Clubgasstätte in Tarnow (Landkreis Rostock) entführt, verprügelt und von ihm 15 000 Euro gefordert haben sollen. Die beiden Männer waren bereits vom Landgericht Rostock zu acht Jahren beziehungsweise fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde wegen eines Facebook-Eintrags des Vorsitzenden Richters allerdings wieder aufgehoben: Er hatte in dem sozialen Netzwerk ein Bild gepostet, auf dem er in einem T-Shirt mit dem Schriftzug "Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause. JVA" zu sehen war.

Der Prozess in Stralsund ist inzwischen der dritte Anlauf zur Verurteilung der beiden Männer. Das erste Urteil war im Jahr 2013 wegen Fehler in der Beweiswürdigung aufgehoben worden, das zweite wegen des Facebook-Eintrags des Richters im Januar 2016. Die Aufhebung dieses Urteils hatte zur Folge, dass der Haftbefehl gegen einen der Angeklagten außer Vollzug gesetzt wurde. Beim nunmehr dritten Anlauf sind nach dem 31. Verhandlungstag am Freitag bis zum 22. September weitere 16 Prozesstage terminiert.

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Kommentare (1)

Verstehe nicht warum es zu diesem Urteil kommen konnte. Bei jedem Prozess ,sind zwei Schöffen zugegen,die mit ihren Stimmen ein Urteil aufheben können,wenn es nach ihrer Meinung nicht im Namen des Volkes gesprochen worden ist. Ich war fünf Jahre Schöffe an einem LG und wir haben zusammen so manches Urteil gekippt .