Ola auf dem Abstellgleis:

Fällt die Hälfte der Züge aus?

Noch sind die Ola-Waggons in der Region unterwegs. Das Land will aber andere Anbieter auf die Strecke schicken. Verträge dürfen allerdings noch nicht abgeschlossen werden. Müssen die Passagiere künftig länger auf die nächste Bahn warten?

Nach den Ola-Mitarbeitern im September sind am Donnerstag in Schwerin die Bürgerinitiativen auf die Straße gegangen, die sich für den Erhalt der "Südbahn" zwischen Neustrelitz und Hagenow einsetzen.
Jens Büttner Nach den Ola-Mitarbeitern im September sind am Donnerstag in Schwerin die Bürgerinitiativen auf die Straße gegangen, die sich für den Erhalt der "Südbahn" zwischen Neustrelitz und Hagenow einsetzen.

Alle zwei Stunden auf der Route Ueckermünde – Neubrandenburg – Bützow, alle vier Stunden zwischen Neustrelitz und Stralsund: Die blau-weißen Triebwagen der Ola sind eine wichtige Säule des Nahverkehrs in der Region. Die Landesregierung hat die Signale für das rund 150 Mitarbeiter zählende Unternehmen zum 15. Dezember auf Rot gestellt. Vier Wochen vor dem Fahrplanwechsel steht noch nicht fest, wer die Strecken künftig befahren wird.

„Das dürfte einmalig im deutschen Nahverkehr sein“, vergleicht Ola-Geschäftsführer Andreas Winter. Bis zum Start des neuen Fahrplans bleibe extrem wenig Zeit. Er hofft immer noch darauf, dass das Oberlandesgericht Rostock im Sinne der Ola entscheidet. Das Bahnunternehmen hatte Einspruch wegen der Vergabe der Strecken an die Deutsche Bahn und die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) eingelegt. Doch weder Andreas Winter noch die Landesregierung haben vom Gericht eine Auskunft bekommen, wann mit der Entscheidung zu rechnen ist. „Es werden ab dem 15. Dezember keine Bahnen ausfallen“, versichert Steffen Wehner, Sprecher des Schweriner Verkehrsdministeriums. Damit begegnet er Befürchtungen, dass auf den betroffenen Strecken wegen des Rechtsstreits ab Mitte Dezember die Hälfte der Züge nicht fahren wird.

Zweifel an der Zuverlässigkeit

Zwar dürfe das Land angesichts der unklaren Rechtslage derzeit die Ein-Jahres-Verträge mit den neuen Anbietern nicht abschließen. Deswegen existiere ein „Plan B“, so der Sprecher. So könne das Land im Sinne der Daseinsvorsorge den Anbietern zur Not auferlegen, die Fahrten zu erbringen. Die landeseigene Verkehrsgesellschaft hatte im Sommer die Gespräche mit der Ola über den neuen Fahrplan eingestellt und diesen Schritt mit Zweifeln an der Zuverlässigkeit begründet. Hintergrund des Streits sind Querelen mit der französischen Ola-Muttergesellschaft Veolia, die signalisiert hatte, kein Interesse mehr an den Strecken in MV zu haben. Vorsorglich habe die Ola mehr als 100 Mitarbeitern in Neubrandenburg und Schwerin kündigen müssen, so Geschäftsführer Winter.

Mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan ausgehandelt worden. Ungeachtet der gerichtlichen Entscheidung sei die Ola bereits im Kontakt mit Deutscher Bahn und ODEG, um die Übergabe der Strecken vorzubereiten.

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