Chance zur Früherkennung:

Fast zwei Drittel der Frauen nutzen Brustkrebs-Vorsorge

Frauen ab 50 haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung gegen Brustkrebs. Experten raten, diese auch zu nutzen, denn bei zwei Prozent der Kontrollen gibt es einen Befund.

Im Streit um die Brustkrebs-Vorsorge weist eine Studie auf große Erfolge durch das Mammografie-Screening hin.
Patrick Seeger Im Streit um die Brustkrebs-Vorsorge weist eine Studie auf große Erfolge durch das Mammografie-Screening hin.

Um den 50. Geburtstag herum bekommt Frau Post – eine Einladung zum ersten Brustkrebs-Screening. Sie kann auf zweierlei Weise reagieren: Sie geht zur Untersuchung und erhält alle zwei Jahre den nächsten Terminvorschlag, bis ihr 70. Geburtstag naht. Oder sie lässt die Chance sausen und hört nie wieder etwas von der zentralen Meldestelle, weil ihr Name des Datenschutzes wegen aus der Kartei fällt.

In Mecklenburg-Vorpommern nutzen nach Erkenntnis der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) überdurchschnittlich viele Frauen die Möglichkeit für die freiwillige Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchung, die per Gesetz für die 50- bis 70-Jährigen ermöglicht wird. Während bundesweit knapp die Hälfte der berechtigten Frauen mitmachen, sind es hierzulande durchschnittlich 61 Prozent. Die Teilnahme in den vier, um onkologische Zentren herum geschaffenen Screening-Gebieten schwankt von 55 Prozent in Neubrandenburg und Rostock bis zu rund 67 Prozent in Greifswald und Schwerin.

Mehrere Ärzte werten den Befund aus

Wie Fridjof Matuszewski, Vorstandsmitglied der KV und niedergelassener Frauenarzt in Demmin, erklärt das Verfahren der digitalen Mammographie, das in Mecklenburg-Vorpommern schon 2006 eingeführt worden war: „Eine Schwester nimmt die Röntgenuntersuchung der Brust vor. Die Bilder werden online von mehreren Ärzten begutachtet, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten.“ Jeder Problemfall werde in einer Videokonferenz erörtert. Danach erhalten die Frauen entweder die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist. Oder sie werden gebeten, sich bei ihrem Gynäkologen beziehungsweise in der Brustsprechstunde des onkologischen Zentrums vorzustellen.

Risiko steigt mit dem Alter

„98 Prozent der untersuchten Frauen sind gesund“, informiert die bundesweit tätige Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Sie hat den Oktober zum Brustkrebs-Monat erklärt und startet eine weitere Aufklärungskampagne, um das Bewusstsein für die Früherkennung zu schärfen. Im Fokus stehen Frauen, die das Angebot nutzen, und deren Motive dafür. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart im weiblichen Körper, das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Alter, wie es im Informationsblatt heißt. „Erkranken im Alter zwischen 40 und 50 Jahren 150 von 100 000 Frauen, sind es zwischen 50 und 60 bereits 260.“ Die Aktion „Ich bin dabei“ ist im Internet zu finden unter www.mammo-ich-bin-dabei.de

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung