Neue Unterkunft:

Ferienlager für Flüchtlinge umfunktioniert

Der Platz für Flüchtlinge muss oftmals erst geschaffen werden. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald kam man daher auf eine Idee.

Damit auch alle Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben, muss improvisiert werden.
Paul Zinken Damit auch alle Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben, muss improvisiert werden.

Angesichts der angespannten Wohnraumsituation für Flüchtlinge hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald zwei Ferienlager zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert. Weitere kreiseigene Ferienunterkünfte würden geprüft, sagte der Leiter des Sozialamtes, Gerd Hamm, am Mittwoch in Greifswald.

Im Ferienlager in Plöwen seien bereits 50 Flüchtlinge untergekommen. Das Ferienlager Pinnow sollte am Mittwoch mit ebenfalls rund 50 Flüchtlingen belegt werden. Inzwischen lägen auch Angebote von Privatleuten für Ferienwohnungen vor. "Wir sind vorbereitet, aber die Reserven erschöpfen sich langsam", sagte Landrätin Barbara Syrbe (Linke).

Syrbe wies Vorwürfe zurück, dass sich Gemeinden mit Geld von Flüchtlingen freikaufen könnten. Mit den hauptamtlichen Bürgermeistern sei darüber geredet worden, ob Kommunen, die keine Flüchtlinge haben, die Kommunen unterstützten, die Flüchtlinge haben, sagte Syrbe. "Freikaufen geht aber nicht." Bislang sind auf der Insel Usedom wegen mangelnder geeigneter Unterkünfte keine Flüchtlinge untergebracht. Andere Kommunen wie Wolgast hingegen sind zunächst mit Kosten belastet, um Wohnraum bereitzustellen.

Derzeit leben rund 2400 Flüchtlinge in Vorpommern-Greifswald, davon knapp ein Drittel in Gemeinschaftsunterkünften.