Junge Erfinder im Camp:

Feuer frei für den Nachwuchs-Roboter

Programmieren, fotografieren, Satellitenbilder auswerten: In einem Erfinder-Camp können sich Tüftler aus MV beweisen. Wie Erik Ludwig aus der Viertorestadt.

Steuert den selbst programmierten Roboter: der 14-jährige Erik Ludwig (rechts) aus Neubrandenburg.
Reißenweber Steuert den selbst programmierten Roboter: der 14-jährige Erik Ludwig (rechts) aus Neubrandenburg.

Es ist eine Aufgabe, die jedes Jungenherz schneller schlagen lässt: Programmiere einen Roboter so, dass er eine Flasche erkennen – und abschießen kann. Der 14-jährige Erik Ludwig vom Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg hat sie mit seinen zwei Mitstreitern mit Bravour gelöst. Jetzt steht er vor Eltern und Großeltern im Schloss Hasenwinkel bei Schwerin und demonstriert die Arbeitsergebnisse seiner Projektgruppe. Erik ist einer von 14 Schülern zwischen 12 und 14 Jahren, die für das mittlerweile neunte Nordmetall-Erfindercamp ausgewählt wurden. Und zu Recht, wie es dem blutigen Laien erscheint: Die Jungen haben insgesamt drei Computer-Programme – darunter eines für den Ultraschallsensor des Roboters – geschrieben. Die Fachausdrücke programmieren nicht nur ein Gesicht auf Staunen.

„Die Arbeit hat so viel Spaß gemacht, dass man gar nicht merkt, dass man nebenbei noch etwas gelernt hat“, sagt Erik. Der Achtklässler ist „vorbelastet“: Er arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft Robotertechnik seines Gymnasiums mit und war auch schon bei einem Physikcamp auf Rügen dabei. „Technik interessiert mich sehr, aber ich lese auch viel und spiele Fußball.“ Gut kann er sich vorstellen, das Hobby einmal zum Beruf zu machen. „Eine genaue Vorstellung habe ich zwar noch nicht, aber ein Technik-Studium könnte es schon sein“, meint der junge Neubrandenburger.

Begeisterung als Ziel

Und genau das ist auch eines der Ziele von Nordmetall und der Landesinitiative Erfindergeist Mecklenburg-Vorpommern, die das Camp ausrichten und finanzieren. Die Schüler sollen nicht nur für die naturwissenschaftlichen Fächer begeistert werden, sondern es geht auch darum, Nachwuchs für die Unternehmen der Region zu gewinnen, sagt Projektleiterin Yvonne Wiesner von der Landesinitiative. Aktuell beteiligen sich 31 Schulen mit insgesamt 300 Schülern daran. Für die zum Camp ausgewählten 14 Jugendlichen reichte in diesem Jahr das Themenspektrum von den bewussten Robotern aus LEGO-Baukästen über Satellitenbilder, Holografie und Highspeed-Bilder bis zu Hovercraft-Modellen. Ein Ausflug ins Technikmuseum nach Wismar sowie ein Modellbau-Wettbewerb standen zudem auf dem Programm.

Ebenso beeindruckend wie die Ergebnisse der Böller-Roboter-Gruppe sind aber auch die der anderen. Mit einer Analyse von Satellitenbildern des Sturmtiefs Orike im Jahr 2010, das von Ostfrankreich bis Vorpommern wirbelte, haben sich Zacharias, Markus und Carl beschäftigt. Ihre Aufgabe: Berechne die Ausdehnung des Tiefs und seine Geschwindigkeit.

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