Die Aussichten für die regionale Wirtschaft:

Firmen rechnen 2015 mit Jobabbau

Noch laufen die Geschäfte der meisten Unternehmen gut, doch bei vielen wachsen die Sorgen.

Geschäftsführer der IHK Neubrandenburg Torsten Haasch
IHK Geschäftsführer der IHK Neubrandenburg Torsten Haasch.

Die Unsicherheit kommt schleichend und verhagelt einer wachsenden Zahl von Unternehmen zwischen Müritz und Greifswalder Bodden die gute Stimmung. Vielen Firmen geht es nach ihren eigenen Angaben derzeit ziemlich gut, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Neubrandenburg ergeben hat. Neun von zehn Unternehmern sind zufrieden mit der aktuellen Lage. Doch beim Blick nach vorn wächst der Pessimismus: Ein Viertel der Betriebe in der Region rechnet in diesem Jahr mit Einbußen.

Vor allem Baufirmen sowie Einzelhandel und Dienstleister sorgen sich um die Zukunft. Ausufernde Bürokratie und steigende Arbeitskosten werden als die gefährlichsten Risiken angesehen. „Dabei geht es nicht allein um die 8,50 Euro Mindestlohn“, schätzt IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch ein. Vielmehr fühlten sich die Unternehmen oft von zusätzlichen Pflichten gebeutelt, die ihnen vom Gesetzgeber aufgebrummt würden.

Als Beispiel nennt Haasch die verschärfte Auflage, die Arbeitszeiten der Beschäftigten penibel aufzuzeichnen. „Weil das Mindestlohngesetz vieles ungeklärt lässt, fürchten sich Unternehmer oft davor, Fehler zu machen und dafür bestraft zu werden“, erläutert er. Der oft versprochene Abbau von Bürokratie sei gescheitert.

Die Industrie ist aber voller Optimismus

Die Unsicherheit könnte Folgen haben. Denn ein Fünftel der befragten Firmen rechnet damit, in diesem Jahr Personal abbauen zu müssen. Vor allem der Bau ist unzufrieden mit der Auftragslage und geht von Entlassungen aus. Bei Handel, Gastronomie oder Logistik könnte auch der Mindestlohn zum Jobkiller werden und vor allem Aushilfskräfte betreffen. „Unternehmer werden genau nachrechnen müssen, ob sich das heute noch rechnet“, berichtet Haasch.

Voller Optimismus dagegen ist die Industrie ins neue Jahr gestartet, bei deren höherem Gehaltsgefüge der Mindestlohn längst kein Thema mehr ist. „Gesunkene Energiekosten und der schwache Euro wirken wie ein kleines Konjunkturprogramm für Unternehmen, die exportieren“, betont der Hauptgeschäftsführer. Dank voller Auftragsbücher würden die Maschinen gut ausgelastet. Bei der Ernährungsbranche sorge die Kauflaune der Verbraucher für guten Absatz. Trotzdem bleiben auch die Erfolgsbranchen vorsichtig: Bei Investitionen geht es vor allem darum, veraltete Technik zu ersetzen. Eine Ausweitung von Produktionskapazitäten findet sich nur in wenigen Unternehmensplanungen wieder.

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