Zahl der Diebstähle verdreifacht sich:

Firmenwagen geraten verstärkt ins Visier von Ganoven

Ihre Ladung ist oft hochwertig, sie zu stehlen bequemer als sie auszuräumen: Diebe haben es zunehmend auf Firmenwagen abgesehen und schrecken auch vor schweren Toren nicht zurück.

Von Diebstählen betroffen sind nahezu alle Handwerksbereiche, regionale Schwerpunkte seien nicht auszumachen.
Bildmontage: © ExQuisine + © Supertrooper - Fotolia.com Von Diebstählen betroffen sind nahezu alle Handwerksbereiche, regionale Schwerpunkte seien nicht auszumachen.

Handwerksfirmen und ihre Mitarbeiter sollten neben der Arbeit immer auch ein waches Auge auf ihre Werkzeuge und Firmenwagen haben. Darauf lassen Informationen des Landeskriminalamtes (LKA) schließen. Demnach ist die Zahl der Werkzeugdiebstähle im Land von 2011 auf 2012 um rund 30 Prozent gestiegen, die Fälle gestohlener Firmenwagen hat sich im Vergleich des ersten Quartals 2012 zum ersten Quartal 2013 verdreifacht.

Angesichts dieser Entwicklung räumt LKA-Sprecher Michael Schuldt ein: „Der Diebstahl von Firmenfahrzeugen mit hochwertigen Werkzeugen ist ein grundsätzliches Problem.“ Während sich die Zahl der Einbrüche in auf Firmengeländen oder öffentlichem Straßenland abgestellten Firmenfahrzeugen im Jahresvergleich kaum verändert hat, stieg die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge sprunghaft an. Die allein dadurch entstandene Schadenshöhe beziffert das LKA auf rund eine Million Euro.

Von Diebstählen betroffen sind nahezu alle Handwerksbereiche, regionale Schwerpunkte seien nicht auszumachen. Auffällig sei laut Andreas Scholz vom Neubrandenburger Polizeipräsidium nur, dass die Tatorte bis auf wenige Ausnahmen in der Nähe der A20 lagen.

Die Vertretungen der Handwerksbetriebe indes sehen keinen Grund zur Panik. „Wir sprechen von Einzelfällen, das Thema ist überhaupt nicht relevant“, sagt mit Rainer Sandvoß der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KHS) für Mecklenburg-Strelitz und Neubrandenburg.

Versicherungspolicen werden für Firmen teurer

Marlies Händschke von der KHS Müritz-Demmin räumt dagegen ein, dass sich Vertreter verschiedener Innungen auf ihrem Treffen im Frühjahr mit dem ThemaDiebstahl beschäftigt haben. „Für mich hörte sich das nach einem sprunghaften Anstieg der Fälle an“, erklärt Händschke. Zudem würde sich die Zunahme der Diebstahlsfälle schon heute auf die Versicherungspolicen der Baufirmen auswirken. „Die Prämien werden teurer“, so Händschke weiter.

Das Problem für die Firmen: Einen im doppelten Sinne sicheren Tipp scheint es nicht zu geben. „Die Fahrzeuge wurden sowohl auf offener Straße als auch von abgeschlossenen Firmengeländen gestohlen, das verschlossene Parken allein bringt also noch keine Sicherheit“, erklärt Michael Schuldt. Firmen sollten sich vielmehr fragen, ob hochwertige Werkzeuge tatsächlich im Fahrzeug gelagert werden müssten.

Die Polizei wiederum hat angesichts der steigenden Fallzahlen bereits reagiert. „Wir haben die Bekämpfung der Diebstähle extra in das Streifen- und Kontrollkonzept aufgenommen“, so Schuldt. Der ein oder andere Transporterdieb habe so bereits gestellt werden können.