Verteidiger beantragen erneut Revision:

Fischbrötchenkrieg - droht ein dritter Prozess?

Es scheint kein Ende zu geben: Der spektakuläre Stralsunder Fischbrötchenkrieg droht, in eine dritte juristische Runde zu gehen.

Lukrative Branche: Mindestens 200 000 Euro verdient man mit einem Fischbrötchenkutter im Jahr, sagte ein Zeuge.
Stefan Sauer Lukrative Branche: Mindestens 200 000 Euro verdient man mit einem Fischbrötchenkutter im Jahr, sagte ein Zeuge.

Eine Woche nach dem Urteil im zweiten Verfahren haben die Verteidiger der beiden Angeklagten Antrag auf ein Revisionsverfahren gestellt, wie Richter Olaf Witt dem Nordkurier bestätigte. Somit müsse der Bundesgerichtshof erneut prüfen, ob es möglicherweise auch bei dem wiederaufgenommenen Verfahren am Landgericht Stralsund Verfahrensfehler gegeben habe. Sollten die Karlsruher Richter dem Antrag stattgeben und das Verfahren erneut zurückweisen, dann müsste der Prozess entweder erneut in Stralsund oder vor einem anderen Gericht wiederaufgerollt werden. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist allerdings nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen. Das schriftliche Urteil muss erst binnen neun Wochen vorliegen.

Das Landgericht hatte in der vergangenen Woche die Angeklagten zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der 31-jährige Anklagte aus Malchin, der im Sommer 2012 Stralsunds Vize-Oberbürgermeister Dieter Hartlieb überfallen und brutal zusammengeschlagen haben soll, musste wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und einem Monat Freiheitsstrafe hinter Gitter. Zudem muss er 2.500 Euro Schmerzensgeld an das Ofer zahlen.

Der 36-jährige Hauptangeklagte, der im Bauamt ein Sprengstoffpaket hinterlegt haben soll, wurde unter Berücksichtigung eines weiteren Urteils des Landgerichts Neubrandenburg aus dem Jahre 2013 wegen versuchter Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens zu insgesamt dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Vom Vorwurf der Anstiftung des Überfalls auf Hartlieb wurde er dagegen freigesprochen.
 

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