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Flüchtlinge sollen auch in Hotels untergebracht werden

In diesem Jahr werden in Mecklenburg-Vorpommern gut 6000 Flüchtlinge und Asylbewerber erwartet. Alle müssen zunächst die Erstaufnahmestelle durchlaufen. Das führt zu Problemen.

Patrick Pleul Alle Flüchtlinge, die in MV ankommen, müssen erst einmal in die zentrale Erstaufnahmestelle. Darum wird die gerade zu einem Nadelöhr.

Die Erstaufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern in Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist überfüllt. Rund 50 Bewohner seien in Hotels und angemietete Unterkünfte in der Region ausquartiert worden, teilte der Leiter des Heims, Wolfgang Isbarn, am Freitag mit. Das Heim verfügt über rund 700 Plätze. In Schwerin soll bis Sommer in einer ehemaligen Bundeswehrkaserne eine Außenstelle mit bis zu 400 Plätzen entstehen.

Um die Einschleppung ansteckender Krankheiten zu verhindern, bekommen alle Flüchtlinge und Asylbewerber nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums eine Vierfachimpfung noch in der Erstaufnahmestelle angeboten. Sie wirke gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken. Das kostenlose Angebot werde sehr gut angenommen. "Wir sind gut aufgestellt", sagte der Sprecher mit Blick auf die Masern-Welle in Berlin, die in einem Asylbewerberheim ihren Anfang genommen hatte.

Zu Jahresbeginn hatte es in Horst vier Masernfälle gegeben. Daraufhin galt zeitweise ein Aufnahme- und Verlegungsstopp. Der Verlegungsstopp sei auch ein Grund für die derzeitige Überfüllung, hieß es.

In diesem Jahr werden in Mecklenburg-Vorpommern gut 6000 Flüchtlinge und Asylbewerber erwartet nach 4400 im vergangenen Jahr und 2300 im Jahr davor. Alle müssen die Erstaufnahmestelle durchlaufen.