Grippe-Saison:

Flüchtlinge sorgen für Druck auf den Impfstoff-Markt

Der Herbst führt viele Deutsche in die Arztpraxen: Eine Grippeimpfung steht an. Aber reicht der vorhandene Impfstoff auch für alle?

Experten empfehlen eine Grippeschutzimpfung für Flüchtlinge, doch es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit.
casanowe - Fotolia Experten empfehlen eine Grippeschutzimpfung für Flüchtlinge, doch es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit.

Aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsandrangs machen sich Experten um die Versorgung der Asylbewerber mit Grippe-Impfstoffen Gedanken. „Die Verfügbarkeit ist die größte Herausforderung“, sagt Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Einen Impfstoffmangel sieht das Institut derzeit nicht heraufziehen. Man arbeite noch an Empfehlungen, zugeschnitten auf die aktuelle Flüchtlingssituation, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Jan Leidel. „Das Problem brennt auf den Nägeln, die Länder wollen praktikable Vorgaben.“

Impfen bleibt freiwillig - für alle

Wegen des Zusammenlebens vieler Menschen auf engstem Raum in den Flüchtlingsunterkünften halte er die Impfung von Flüchtlingen für sinnvoll, sagt Peter Wutzler, Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten. Allerdings gelte das Prinzip der Freiwilligkeit auch für Zuwanderer. „Wir können nicht einfach Pflichtimpfungen anordnen.“ Ungewiss sei auch noch, ob die Impfstoffe in Deutschland, die auf hierzulande zirkulierende Grippeviren eingestellt seien, Flüchtlingen überhaupt ausreichend Schutz böten.

Entwarnung gibt es für die Versorgung der Arztpraxen mit Grippeschutz-Medikamenten. Sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch im Land Brandenburg gebe es keine Engpässe. „Unsere Schränke sind voll. Die Ärzte könnten mit dem Impfen direkt anfangen“, sagt Axel Pudimat vom Apothekerverband MV. Ganz ohne Sorge schaut er allerdings nicht in die Zukunft. Es gebe in Deutschland nur noch ein bis zwei Hersteller, die die Wirkstoffe für Medikamente und Impfstoffe produzieren.

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