Entlastung für Kommunen:

Flüchtlinge überwintern in Jugendherbergen

In der kalten Jahreszeit werden Jugendherbergen zu zeitweisen Unterkünften für Flüchtlinge. Besser als Zelte, hieß es aus dem Kreis Vorpommern-Rügen. Doch das Problem fehlender Unterkünfte bleibt.

Bis Ende Oktober will das Land zunächst eine Mehrzweckhalle an der Jugendherberge Prora als Notunterkunft für 150 Menschen nutzen.
Stefan Sauer Bis Ende Oktober will das Land zunächst eine Mehrzweckhalle an der Jugendherberge Prora als Notunterkunft für 150 Menschen nutzen.

Jugendherbergen werden zu Flüchtlingsunterkünften auf Zeit: Allein in Mecklenburg-Vorpommern sollen nach Angaben des Deutschen Jugendherbergwerks bis zu 700 Flüchtlinge den Winter in einer Jugendherberge verbringen. Zuvor war von mehr als 1000 Flüchtlingen die Rede.

Das Land habe einen Vertrag mit dem Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes über die Nutzung von sieben Einrichtungen geschlossen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Die Herbergen, darunter als größte die Jugendherberge Prora auf Rügen mit rund 400 Betten, können demnach vom 1. November 2015 bis zum 28. Februar 2016 belegt werden. Die weiteren Standorte wurden aus Sicherheitsgründen nicht genannt. An allen Orten seien Bürgerinformationsveranstaltungen geplant, hieß es vom Jugendherbergswerk.

Nur kurzfristige Entlastung

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat eigenen Angaben zufolge bereits die Bürgermeister all jener Gemeinden im Kreis angeschrieben, in denen sich Jugendherbergen befinden, die zum 1. November schließen. Dazu gehören Prora mit 402 Betten, Sellin mit 156 Betten, Born mit 184 Betten, Zingst mit 163 Betten und Barth mit 172 Betten. Ob alle und in welchem Umfang die Herbergen belegt werden, sei bislang offen. Der Rahmenvertrag des Landes lege die Grundlage für die Unterbringung, sagte Landkreissprecher Olaf Manzke.

„Wir wissen, dass die Unterbringung in Jugendherbergen nur eine kurzfristige Entlastung bringt“, machte Manzke deutlich. Diese Lösung sei aber immer noch besser, als Flüchtlinge im Winter in Zelten oder nicht beheizbaren Unterkünften wohnen zu lassen. Die Nutzung der Jugendherbergen stelle nur eine Verschiebung des Problems dar. Es werde immer schwieriger, geeignete Unterkünfte zu finden.

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