Weiterreise gen Norden:

Flüchtlinge warten im Nordosten vergeblich auf die Fähre nach Schweden

Schweden kann Flüchtlingen keine Unterkunft mehr garantieren. Stattdessen folgt der Appell an die Kommunen im Nordosten, mehr Platz für Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.

Neu ankommende Flüchtlinge können in Schweden nicht mehr untergebracht werden und sollen nun entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückkehren.
Bernd Wüstneck Neu ankommende Flüchtlinge können in Schweden nicht mehr untergebracht werden und sollen nun entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückkehren.

„Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht“, erklärte Migrationsminister Morgan Johansson am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Stockholm. Neuankömmlinge hätten die Wahl, entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückzukehren, oder sich selbst eine Unterkunft zu suchen. Er hoffe, die Nachricht habe einen dämpfenden Effekt auf den Flüchtlingsstrom. Inzwischen kommen täglich 1500 neue Asylbewerber in Schweden an. Darunter seien viele, die zuvor in Deutschland in Zelten untergebracht waren und sich angesichts der verschärften Aufnahmebedingungen entschieden hätten, nach Schweden weiter zu reisen, sagte Johansson.

In der Region Rostock sollen sich nach Angaben der schwedischen Einwanderungsbehörde 5000 Menschen aufhalten, die nach Schwerden wollten. Die Behörde hatte früher am Tag an die Kommunen appelliert, mehr Plätze, zum Beispiel in Sporthallen, zur Verfügung zu stellen.

Mehr Neuankömmlinge als Fährplätze

Die Ankündigung Schwedens hat erneut Folgen für den Nordosten. Die Zahl der Transitflüchtlinge, die von Mecklenburg-Vorpommern aus nach Schweden weiterreisen wollen, steigt wieder an. „In Rostock und Prora warten derzeit 2138 Flüchtlinge auf eine Überfahrt, das sind rund 200 Menschen mehr als am Donnerstag“, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze am Freitagmorgen. Davon hätten 1984 Flüchtlinge in Rostock übernachtet. Es kamen wieder mehr Flüchtlinge mit Zügen an, als mit Fähren ins schwedische Trelleborg weiterreisten. Für den Freitag gebe es 320 Fährtickets.

Inwieweit sich die Mitteilung Schwedens, Flüchtlingen keine Unterkunft mehr garantieren zu können, wirklich dämpfend auf die Zuwanderung auswirkt, sei noch unklar.

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