Asylbewerber im Nordosten:

Flüchtlingszahlen in MV deutlich gesunken

Gut 300 Flüchtlinge kommen derzeit pro Monatim Land an. Vor einem Jahr wurde die gleiche Anzahl sogar an manchen Tagen erfasst. Das Land reagiert auf die Entwicklung.

Die Kaserne in Basepohl bei Stavenhagen dient ab heute nur noch als Reservestandort.
Bernd Wüstneck Die Kaserne in Basepohl bei Stavenhagen dient ab heute nur noch als Reservestandort.

Ein Jahr nach dem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen hat sich die Zahl neuer Asylbewerber in MV auf deutlich niedrigerem Niveau eingepegelt. Wie das Innenministerium in Schwerin mitteilte, wurden im September von den zuständigen Behörden 305 Neuankömmlinge im Nordosten registriert. Im August waren es demnach 371, im Juli 329. Solche Zugänge hatte es im Herbst 2015 teilweise täglich gegeben. 

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind im Land laut Innenministerium 4979 Flüchtlinge im zentralen Erfassungssystem EASY registriert worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es mehr als 12.000, wobei sich die Zahl in den restlichen drei Monaten bis zum Jahresende noch auf 23.000 verdoppelte. Aber schätzungsweise nur ein Viertel davon blieb auch im Nordosten.

Folgen für Unterkünfte in Basepohl und Fünfeichen

Als Reaktion auf den großen Zustrom von Flüchtlingen hatte das Land zusätzlich zu der regulären Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst (Kreis Ludwigslust-Parchim) eine Außenstelle in Stern-Buchholz bei Schwerin eingerichtet. Außerdem wurden zwei Kasernen in Basepohl und Fünfeichen bei Neubrandenburg (Mecklenburgische Seenplatte) für die Flüchtlingsaufnahme umgerüstet. Ende September lebten laut Innenministerium noch rund 900 Menschen in den beiden Erstaufnahmeeinrichtungen.

Als Gründe für den Rückgang wurden weniger Neuzugänge und die Verteilung der Flüchtlinge auf Kommunen nach abgeschlossenem Aufnahmeverfahren genannt. Die Kaserne in Basepohl war schon Anfang September vollständig geräumt worden und dient vom 1. Oktober 2016 an nur noch als Reservestandort. Fünfeichen wird nach Auslaufen des Betreibervertrages zum 31. Dezember 2016 an den Bund zurückgegeben.