Land verdoppelt Zuschuss:

Flughafen Rostock-Laage vorerst gerettet

Noch vor zwei Jahren wollte das Land die Zuschüsse für den Flughafen Rostock-Laage schrittweise abbauen. Nun soll die jährliche Förderung für den "Landesflughafen" auf eine Million Euro verdoppelt werden. Die kommunalen Gesellschafter atmen auf, bleiben aber in der Pflicht.

Bernd Wüstneck Der "Landesflughagen" Rostock-Laage ist für die kommenden vier Jahre gesichert.

Die Finanzierung des hochdefizitären Flughafens Rostock-Laage ist für die nächsten vier Jahre gesichert. Die Landesregierung verdoppelt die Landeszuschüsse von 500 000 auf eine Million Euro pro Jahr. Voraussetzung ist allerdings, dass die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage als Gesellschafter der Flughafengesellschaft jährlich weiterhin 1,8 Millionen Euro beisteuern.

"Das Land hat seine Einstellung geändert", sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Dienstag nach einem Krisengespräch in der Schweriner Staatskanzlei. Die ursprünglich geplante Verringerung der Förderung habe sich als ebenso unrealistisch erwiesen, wie die Pläne zur Privatisierung des Airports. "Ein Flughafen dieser Art braucht dauerhaft Zuschüsse", räumte Sellering ein. Die Mittelaufstockung sei ein wichtiges Signal dafür, dass das Land zum Flughafen Rostock-Laage stehe. Eine direkte Beteiligung als Gesellschafter sei aus förderrechtlichen Gründen indes nicht möglich.

Vom Land alleingelassen gefühlt

Dem Flughafen drohte wegen fortwährenden Millionendefizits die Insolvenz. Medienberichten zufolge ist wegen mangelnder Auslastung für 2013 mit einem Minus von 2,65 Millionen Euro zu rechnen. Die drei kommunalen Gesellschafter hatten angekündigt, ihre Zahlungen zurückzuhalten, solange das Land nicht zusätzliche Hilfe leistet.

"Wir gehen davon aus, dass die drohende Insolvenz abgewendet ist", sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) nach dem Treffen. In den zurückliegenden drei Jahren hätten sich die regionalen Gesellschafter vom Land alleingelassen gefühlt, obwohl der Flughafen ein wichtiger Standortfaktor für ganz Mecklenburg-Vorpommern sei.

Große Hoffnung ruht auf dem Industriepark in der Nähe

"Wir sind uns nun einig, dass wir in gemeinsamer Verantwortung stehen", sagte Methling. Ziel müsse aber weiterhin sein, die Wirtschaftlichkeit mit steigenden Passagierzahlen und Frachtmengen zu verbessern. Sellering nannte 250 000 bis 300 000 Fluggäste als erstrebenswertes Jahresziel. 2012 wurden 204 000 Passagiere gezählt, 2013 waren es Prognosen zufolge noch weniger.

Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst (CDU) zeigte sich erleichtert. "Wir haben eine klare Kehrtwende erreicht. Ich sehe das Land jetzt fest an unserer Seite", sagte sie. Laage setzt große Hoffnungen in den Industriepark, der unmittelbar an den Flughafen grenzt. "Dort ist noch viel Platz", sagte die Bürgermeisterin.

Problematisch zeigt sich indes die Situation weiterhin für den Landkreis Rostock, der nach Angaben von Vizelandrat Wolfgang Kraatz unter akutem Sparzwang steht. Der Kreistag habe schon vor einem Jahr beschlossen, zur Haushaltskonsolidierung die Flughafenzuschüsse zu reduzieren. Das Land habe seine Einstellung geändert. Damit gebe es eine neue Situation, sagte Kraatz, ließ aber offen, in welchem Umfang der Landkreis künftig Geld zuschießen wird.

Ein wirtschaftlicher Betrieb ist schwierig

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der auch an dem Treffen teilnahm, machte jedoch bereits deutlich, dass er an den geforderten Sparkonzepten der Kreise festhält. "Wenn das Geld nicht reicht, muss man sehen, wo man sparen kann. Das geht den Kreisen nicht anders als dem Land", sagte Caffier. Wo ein Landkreis seine Schwerpunkte setze, müsse er im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung selbst entscheiden.

In Ausbau und Betrieb der Regionalflughäfen in Mecklenburg- Vorpommern sind seit 1990 Millionen an staatlichen Zuschüssen geflossen. Die SPD/CDU-Koalition hatte sich nach der Wahl 2011 darauf verständigt, dass Rostock-Laage als "Landesflughafen" fungieren soll. Wegen der geringen Einwohnerzahl im Land und der Konkurrenz der nahen Großflughäfen in Hamburg und Berlin gilt ein wirtschaftlicher Betrieb als sehr schwierig. Für den Flughafen in Parchim war ein privater Betreiber aus China gefunden worden.

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