Aktionsbündnis engagiert sich für Betreuung an Schulen:

Forderung nach sicherer Finanzierung von Schulsozialarbeit

Sozialarbeiter an Schulen sind nötig - darüber herrscht Einigkeit. Doch die Finanzierung steht nach Ansicht von Sozialverbänden und Gewerkschaften auf wackligen Füßen. Deshalb stellt ein neu gebildetes Aktionsbündnis Forderungen an das Land.

Das Aktionsbündnis Zukunft der Schulsozialarbeit in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine langfristige und sichere Finanzierung der Betreuungskräfte an den Schulen.
Marijan Murat Das Aktionsbündnis Zukunft der Schulsozialarbeit in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine langfristige und sichere Finanzierung der Betreuungskräfte an den Schulen.

Die Erziehungsgewerkschaft GEW, Landesjugendring und Wohlfahrtsverbände fürchten um den Bestand der Schulsozialarbeit in Mecklenburg-Vorpommern. In einem am Dienstag unterzeichneten offenen Brief fordern die in einem Aktionsbündnis vereinten Verbände von den demokratischen Parteien im Land ein klares Bekenntnis zur Sozialarbeit an Schulen. Die Finanzierung müsse auch über 2020 hinaus sichergestellt werden, wenn keine Mittel mehr dafür aus dem Europäischen Sozialfonds eingesetzt werden dürften. "Wir fordern eine langfristige Absicherung und eine solide Finanzierung", sagte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner.

Sie rief die Parteien auf, das Thema in ihre Wahlprogramme aufzunehmen. Nach Angaben Lindners werden jährlich rund 11 Millionen Euro benötigt, um die Arbeit der derzeit 329 Schulsozialarbeiter sicherzustellen. "Das wäre der Status quo. Wir aber wollen, dass künftig an jeder Schule ein Sozialarbeiter tätig ist, und nicht nur an gut der Hälfte", machte die Gewerkschaftschefin deutlich.

Nach Angaben von Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) bewilligt das Land die Mittel zur Finanzierung der Jugend- und Schulsozialarbeit aus dem EU-Sozialfonds jeweils für drei Jahre. Zunächst für 2015 bis 2017 und dann für 2018 bis 2020. "Das erfüllt die Forderung nach mehrjähriger Förderung", stellte Hesse fest und forderte Landkreise und kreisfreien Städten auf, ihre Anteile ebenfalls für mehrere Jahre zur Verfügung zu stellen. Wie es nach 2020 weitergehen soll, sagte Hesse nicht.

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