Mehr als 80 Fälle:

Forscher melden bisher größten Geflügelpest-Ausbruch

Das Risiko eines Pest-Ausbruchs ist nach wie vor hoch, besonders für Betriebe in der Nähe von Wildvögel-Rastplätzen. Forscher sehen nach wie vor diese als Überträger des Virus.

Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) sind seit November 2016 über 80 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und Tierparks nachgewiesen worden.
Privat Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) sind seit November 2016 über 80 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und Tierparks nachgewiesen worden.

Die Geflügelpest hält sowohl Betreiber von Großanlagen als auch Rassegeflügelzüchter weiter in Atem. Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) sind seit November 2016 etwa 1200 Fälle bei Wildvögeln und „über 80 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und Tierparks” nachgewiesen worden.

Nach Einschätzung von Thomas Mettenleiter, Präsident des FLI, handelt es sich damit um „den größten jemals beobachteten Ausbruch in Deutschland.” Es gebe auch keine Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Die Mitarbeiter des Forschungsinstituts für Tiergesundheit gehen von einem anhaltend hohen Risiko für Geflügelhaltungen in der Nähe von Sammel- und Rastplätzen der Wildvögel, etwa in Küstengebieten, aus.

Kritiker vermuten Futter als Übertragungsquelle

Kritiker bezweifeln die Übertragung des Virus von Wildvögeln auf Nutztiere. Sie haben eher Futter als Übertragungsquelle in Verdacht. Die Forscher halten dem entgegen, dass es noch zu keinem „Primär-Ausbruch” in einer Haltung gekommen ist, was gegen die Futter-These spricht. Auch lasse sich anhand der genetischen Veränderung des Virus der Weg entlang von Zugvogel-Routen von Asien über Sibirien nach Deutschland nachvollziehen.

Laut der Forscher ist der Erreger etwa seit der Jahrtausendwende vermehrt in Asien aufgetreten. Gleichzeitig sei dort eine „explosionsartige Zunahme” von Geflügel in Nutztierhaltung zu beobachten gewesen.