Große Unterschiede zwischen Parteien:

Frauen in der Landespolitik unterrepräsentiert

„Frauen tragen die Hälfte des Himmels“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Mecklenburg-Vorpommerns Landespolitik spiegelt das noch nicht durchgängig wider, wie ein Blick auf die Kandidatenlisten zeigt.

Frauen sind nicht in allen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern ihrem Anteil in der Bevölkerung nach repräsentiert.
Julian Stratenschulte Frauen sind nicht in allen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern ihrem Anteil in der Bevölkerung nach repräsentiert.

Frauen sind in Mecklenburg-Vorpommerns Politik unterrepräsentiert. Von den 71 Abgeordneten des aktuellen Landtags sind 51 Männer und 20 Frauen. Auch das nächste Landesparlament, das am 4. September gewählt wird, schafft es aller Voraussicht nach nicht, den Bevölkerungsanteil der Frauen von gut der Hälfte widerzuspiegeln. Das ist anhand der Kandidatenlisten bereits abzusehen.

Bei der CDU, die in der jüngsten Wahlumfrage von infratest dimap mit 25 Prozent vorn lag, sind von den ersten 20 Kandidaten auf der Landesliste nur fünf weiblich. „Es ist ein Bohren dicker Bretter“, sagte die Vorsitzende der Frauenunion in der Landes-CDU, Karina Jens. Die Situation werde langsam besser. Erstmals sei es gelungen, von den ersten zehn Plätzen auf der Liste jeden dritten mit einer Frau zu besetzen. Vor fünf Jahren seien nur zwei an Kandidatinnen gegangen.

Bei FDP und AfD sieht’s aus Frauen-Sicht düster aus

Mit „wachen Augen“ schaue sie auf Linke und Grüne, die schon seit Jahren ein strenge Quote zur gleichmäßigen Berücksichtigung von Frauen und Männern auf ihren Listen haben. Die Geschlechter müssen stets im Wechsel platziert werden. Die SPD hat sich eine Quote von 40 Prozent Frauen auf der Landesliste vorgegeben, wie Landesgeschäftsführer Marcus Unbenannt sagte. Diese werde auch erfüllt: Von den ersten 20 Plätzen sind neun an Frauen vergeben.

Bei anderen Parteien sieht es aus weiblicher Sicht düsterer aus: Die FDP, die nach fünfjähriger Abwesenheit ins Parlament zurück will, präsentiert zwar eine Spitzenkandidatin, doch dann folgen auf der 18-köpfigen Liste nur Männer. Bei der AfD steht die erste Frau auf Platz 16.