Abgelehnte Asylbewerber:

Freiwillige Ausreisen steigen

Im Nordosten hat in diesem Jahr bereits einige groß angelegte Abschiebungen gegeben. Aber es gehen auch viele Menschen aus freien Stücken.

Mehr abgelehnte Flüchtlinge haben den Nordosten freiwillig verlassen.
Julian Stratenschulte Mehr abgelehnte Flüchtlinge haben den Nordosten freiwillig verlassen.

Im ersten Halbjahr 2016 hat in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der freiwilligen Ausreisen abgelehnter Asylbewerber deutlich stärker zugenommen als die der Abschiebungen. Wie das Innenministerium in Schwerin mitteilte, verließen 349 ausreisepflichtige Personen freiwillig das Land. Das waren fünf Mal so viele wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, als 69 ohne Zwangsmaßnahmen ausreisten. Die Zahl der Abschiebungen stieg im Vergleichszeitraum von 335 auf 456, ein Plus von etwa einem Drittel.

Dem Potsdamer Innenministerium liegen keine entsprechend aktuellen Zahlen vor. Laut einer Sprecherin haben die dortigen Ausländerbehörden bis Ende Mai insgesamt 215 abgelehnte Asylbewerber in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Zahlen für den Vergleichszeitraum im Vorjahr gibt es auch nicht. Die Angaben beruhen zudem auf den Meldungen von nur zwölf der insgesamt 20 Ausländerbehörden.

Unter den Abgeschobenen befanden sich 90 Serben, 52 Albaner und 32 Personen aus der Russischen Föderation. Außerdem verließen 506 Asylbewerber das Land freiwillig. Darunter waren 143 Albaner, 118 Personen aus der Russischen Föderation und 81 Serben. Hinzu kommen Asylbewerber, die das Land eigenständig verlassen haben. Diese werden statistisch nicht erfasst. Derzeit leben in Brandenburg 15 333 Asylbewerber.