Datenmissbrauch:

Fremde Software auf Feuerwehr-Rechnern

Bei der Rostocker Feuerwehr haben Unbekannte die verschlüsselten Einsatzbefehle mitgelesen.

Geheime Einsatzbefehle der Feuerwehr sind offenbar in Rostock mitgelesen worden.
             
Jan-Philipp Strobel Geheime Einsatzbefehle der Feuerwehr sind offenbar in Rostock mitgelesen worden.  

Bei Durchsuchungen von zwei Rostocker Feuerwachen haben Staatsanwaltschaft und Polizei fremde Software gefunden, mit denen gezielter Datenmissbrauch möglich ist. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Holger Schütt, am Sonntag sagte, hätten mit dieser Software insbesondere die elektronischen Aufträge und der Funkverkehr der Rettungsleitstelle zu den Feuerwachen abgegriffen werden können. Der Funkverkehr sei digitalisiert und dann mit Hilfe von fremden Computern, die nicht in diese Räume gehörten, sichtbar gemacht worden.

"Man konnte eins-zu-eins mitlesen", sagte Schütt. Bei diesen Daten handelte es neben der Zahl der eingesetzten Rettungskräfte auch um die der verletzten Personen, deren Adressen sowie eine Kurzbeschreibung der Verletzungen oder Krankheitsbilder.

Nach geltenden Regeln sollte jede Feuerwache nur den für sie zugeteilten Einsatz lesen können, aber nicht den anderer Wachen. Es sei davon auszugehen, dass die rechtswidrig gewonnenen Daten weitergegeben wurden. Details nannte er nicht.

Die Wachen der Freiwilligen Feuerwehr Mitte und im Stadtteil Groß Klein waren am Freitag durchsucht worden. Die verdächtige Rechentechnik sei untersucht und sichergestellt worden. Wer sie installiert hat, sei unbekannt.