Prozess beginnt im Dezember:

Freundin erwürgt und vergraben

Das Verbrechen löste Entsetzen aus: Ein Mann vergewaltigt laut Anklage seine Lebensgefährtin, sie verzeiht ihm. Wenige Wochen später tötet er sie. Ihre Leiche vergräbt er im Wald. Anfang Dezember beginnt vor dem Landgericht Rostock der Totschlagsprozess.

In einem Wäldchen an der Stadtautobahn in Rostock wird am 1. April die Leiche der 32-Jährigen abtransportiert.
Bernd Wüstneck/Archiv In einem Wäldchen an der Stadtautobahn in Rostock wird am 1. April die Leiche der 32-Jährigen abtransportiert.

Wegen Totschlags und zweimaliger Vergewaltigung muss sich vom 2. Dezember an ein 35-jähriger Mann vor dem Landgericht Rostock verantworten. Der Fall hatte große Aufmerksamkeit erregt, da der mutmaßliche Täter seine Lebensgefährtin zuerst getötet und später in einem Waldstück vergraben haben soll.

Mann war bereits in U-Haft gewesen

Besonders tragisch: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Mann die 32-jährige Frau aber bereits am Silvesterabend vergewaltigt und war deshalb in Untersuchungshaft genommen worden. Nachdem er sich entschuldigt und sie ihm verziehen hatte, wurde er Mitte Januar entlassen. Es hätten keine weiteren Gründe für eine Inhaftierung vorgelegen. Früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatte die Frau vor seiner Haftentlassung gesagt, dass sie keine Angst vor ihm habe und auch weiter mit ihm zusammenleben wolle.

Der 35-Jährige hatte dann nach Erkenntnissen der Ermittler Anfang Februar die Frau in ihrer Wohnung erwürgt und sie dort liegenlassen. Mehrere Tage später habe er sich wegen der beginnenden Geruchsbelästigung entschlossen, die Tote etwa 600 Meter von der Wohnung entfernt in einem Wäldchen an der Stadtautobahn bei Lichtenhagen zu vergraben.

Er führte die Polizei zum Ablageort der Leiche

Nach der Vergewaltigung einer zweiten Frau am 22. März kam der mehrfach, allerdings nicht einschlägig Vorbestrafte erneut in Untersuchungshaft, wo er sich seiner Anwältin anvertraut habe. Danach habe er die Polizei zu dem Ort in das Wäldchen geführt, wo er seine Lebensgefährtin vergraben hatte.

Wegen seiner Vorstrafen war der Mann von 2002 bis 2009 im sogenannten Maßregelvollzug gewesen. Dabei geht es um die Unterbringung von psychisch kranken Straftätern zum Schutz der Bevölkerung und zur Therapie der Betroffenen. Diese Unterbringung habe nach damaligen Worten des Staatsanwalts einen positiven Behandlungsverlauf genommen, so dass sie außer Vollzug gesetzt werden konnte. In der anschließenden Führungsaufsicht hätten sich keinerlei Anhaltspunkte für eine erneute Straftat ergeben.